Alterssichtigkeit: Diagnose, Ursachen und Formen

10.06.2022 | News, Rund ums Auge

Alterssichtigkeit auch Presbyopie

Alters­weit­sichtig­keit ist ein natür­licher Alter­ungs­prozess des Auges, bei dem die Augen­linse zunehmend unflex­ibler wird. Die Folge: Sie sehen in der Nähe unscharf. 

Diagnose Sehtest: Wie wird Alters­weit­sichtig­keit / Pres­byopie fest­gestellt?

Alters­sichtig­keit (Pres­byopie) wird durch verschie­dene Sehtests fest­gestellt – oder direkt zu unserem Online-Sehtest. Generell gilt: Sollten Sie ab dem 40. Lebens­jahr Seh­prob­leme bemerken, sollten sie sich augen­ärzt­lich untersuchen lassen, um Augen­erkrank­ungen auszu­schließen. Auch ohne Symp­tome sind regel­mäßige Vorsorge-Unter­such­ungen (z.B. mit der OCT – Optischen Kohä­renz­tomo­grafie) sinn­voll, da Sie selbst viele Augen­er­krank­ungen erst in fort­ge­schrit­tenem Stadium bemerken. Bereits ent­stan­dene Schäden können dann nicht mehr rück­gän­gig gemacht werden. Dies gilt jedoch nicht für die Alters­sichtig­keit.

Ihre Augen können durch verschie­dene Sehtests auf Alters­weit­sichtig­keit getestet werden:

Seh­proben-Tafeln

Mit Hilfe der Seh­proben-Tafeln lässt sich eine sowohl eine Weit­sichtig­keit, als auch Alters­weit­sichtig­keit fest­stellen. Von den Tafeln müssen Sie Zahlen- und / oder Buch­staben­reihen vorlesen. Diese sind in schwarzer Schrift auf weißem Unter­grund in verschie­denen Größen abge­bildet. Dabei wird jedes Auge nach­einander einzeln getestet – z.B. durch das Zuhalten mit einer Hand.

Mit der Seh­proben-Tafel können Sie Ihre Augen auch bequem von zu Hause testen. Nutzen Sie dafür den Lasermed-Online Sehtest für Alters­sichtig­keit. Dieser kann erste Hinweise auf eine Alters­weit­sichtig­keit liefern, ersetzt jedoch keinen Sehtest bei einem Augen­arzt oder Augen­optiker.

Phoropter

Der Phoropter ist eine augen­optische Apparatur, mit der die sub­jektive Refraktion bestimmt wird. Mit diesem Test kann die best­mög­liche Seh­schärfe für alle Distanzen bestimmt werden. Ebenso wie bei den Seh­proben-Tafeln müssen Sie auch hier wieder Zahlen- und Buch­staben-Reihen erkennen. Jedoch können dabei durch den Apparat verschie­dene Korrektur­gläser eingestellt werden – in etwa wie eine große verstell­bare Brille. So kann geprüft werden mit welchem Glas – also welche Seh­stärken­korrektur in Dioptrien – Sie scharf sehen können. Alter­native kann anstelle des Phorop­ters auch eine Mess­brille mit verschie­denen Gläsern verwendet werden.

Refrak­tometer

Der Refrak­tometer ist ein Mess­gerät zur objek­tiven Refrak­tions­bestim­mung. Das bedeutet, dass die Licht­brechung in Ihrem Auge durch das Gerät gemessen wird, ohne dass Sie dabei etwas tun müssen – Sie schauen lediglich durch ein optisches System im Mess­gerät. Der Refrakto­meter schickt dabei Licht­strahlen in Ihr Auge und berechnet aufgrund der Brechung des Lichts im Auge dessen Brech­kraft. Das Ergebnis zeigt mit welcher Korrektur in Dioptrien Sie zum Beispiel mit einer Brille scharf sehen können. Mit dem Refrakto­meter kann zudem auch das Risiko erfasst werden, mit dem Sie ein Schielen ent­wickeln könnten.

Damit Ihre Brille und / oder Lese­brille für Sie indivi­duell perfekt ange­fertigt werden kann, ist eine professi­onelle Mes­sung bei einem Experten essentiell. Verein­baren Sie gerne einen Termin in einem unserer Augen­zentren.

Alter­nativ kann Alters­weit­sichtig­keit auch mit einer Augen­ laser-Behand­lung oder dem Linsen­tausch mit einer Multi­fokal­linse korrigiert werden. Gerne beraten wir Sie in einen unserer Augen laser Standorten dazu. Kosten­frei und unver­bindlich – vereinbaren Sie einen persön­lichen Bera­tungs­termin.

Sicht bei Altersweitsichtigkeit (Presbypie)

Ursachen & Formen der Presbyopie

Alters­weit­sichtig­keit (Pres­byopie) ist ein natür­licher Alter­ungs­prozess der Augen­linse, bei dem diese zuneh­mend verhärtet. Somit ist Pres­byopie nicht erblich bedingt und kann auch nicht dadurch verzögert werden, dass Sie möglichst früh eine Brille tragen. Darüber hinaus kann Alters­sichtig­keit auch nicht durch spezielle Maß­nahmen, wie zum Beispiel das Augen­training aufge­halten oder behoben werden.

Akkom­modation

Akkom­modation beschreibt die Nah­anpas­sungs­fähig­keit des Auges, man spricht auch von einer dyna­mischen Anpas­sung der Brech­kraft des Auges.
Bei der Akkom­moda­tion verändert sich die Form der Augen­linse, sodass das normal­sich­tige Auge sich auf Objekte in ver­schie­denen Ent­fern­ungen „scharf stellen“ kann. Dies passiert jedoch unwill­kürlich und auto­matisch. Auch wenn die Augen­linse durch die inneren Augen­muskeln (Ziliar­muskeln) einge­stellt wird, ist diese „Muskel­arbeit“ für Normal­sichtige nicht anstren­gend. Anders sieht es bei einer Horn­haut­ver­krüm­mung aus.

  • Sehen in der Ferne: Die Ziliar­muskeln spannen sich an und strecken die Augen­linse. Die Linse wird flacher.
  • Sehen in der Nähe: Die Ziliar­muskeln ent­span­nten und die Linse wird kugel­förmiger.

Durch die Akkom­modation der Linse kommen die in das Auge ein­fallen­den Lichtstrahlen bei Normal­sich­tigen in allen Ent­fern­ungen in einem scharfen Brenn­punkt auf der Netzhaut an – Sie sehen scharf.

Weitsichtigkeit: anatomische Ursachen der Hyperopie

Verän­derung der Linse

Während die Augen­linse nach unserer Geburt noch sehr elastisch ist, verän­dert sie sich über die Jahre immer weiter: Das Gewebe der Linse wird dichter und die Linse somit härter und dicker. Die Folge: Sie kann sich bei der Akkom­modation nicht mehr richtig ver­formen und bündelt das in das Auge einfal­lende Licht nicht mehr korrekt.

Akkom­modation im Alter

Mit zuneh­men­dem Alter (ab circa dem 40. Lebensjahren) funk­tioniert somit die Akkom­modation – also das „Scharf­stellen“ des Auges nicht mehr richtig. Dies liegt daran, dass die zuneh­mend härter werdende Linse nicht mehr flexibel genug ist, um scharf auf die Nähe einge­stellt zu werden. Alters­weit­sichtig­keit ist somit keine Augen­erkran­kung, sondern ein alters­beding­ter Funk­tions­verlust der Akkom­modation. Das Auge ist zwar in der Ferne noch normal­sichtig, doch die Sicht in der Nähe ver­schlechtert sich zunehmend.

So kann sich die Fähig­keit des Auges zur Nah­ein­stel­lung mit einem Alter von 65. Lebens­jahren zum Beispiel auf bis zu zwei Meter in die Ferne verschieben. Um ein Buch, den Kassen­bon oder Beipack­zettel weit weg genug weg­halten zu können, sind irgend­wann wort­wörtlich die Arme zu kurz – eine Lesebrille ist not­wendig.

Unterschied zu Kurz- und Weitsichtigkeit

Was ist der Unter­schied zwischen Alters­sichtig­keit und Weit- und Kurz­sichtig­keit?

 

Kurz­sichtig­keit (Myopie)

  • Der Augapfel ist zu lang, der Brenn­punkt für scharfes Sehen liegt vor der Netzhaut.
  • Scharf Sicht in der Nähe, unscharfe Sicht in der Ferne.
  • Kurz­sichtig­keit wird in Minus­dioptrien ange­geben (z.B. -1,5 dpt.).
  • Kurz­sichtige haben gegen­über Normal- und Weit­sichtigen einen Vorteil: Manchmal wird die Alters­sichtig­keit durch die bestehende Kurz­sichtig­keit zum Teil ausge­glichen. Die Folge: Kurz­sichtige benötigen im Alter seltener eine Lese­brille als Normal- und Weit­sichtige.

Weit­sichtig­keit (Hyper­opie)

  • Der Augapfel ist zu kurz, der Brenn­punkt für scharfes Sehen liegt hinter der Netzhaut.
  • Scharfe Sicht in der Ferne, unscharfe Sicht in der Nähe.
  • Weit­sichtig­keit wird in Plus­diop­trien ange­geben (z.B. +2 dpt.).
  • Bereits Weit­sichtige benötigen im Gegen­satz zu Normal­sich­tigen und Kurz­sichtigen früher eine Lese­brille (ab 35. – 45. Lebensjahren). Durch die Alters­sichtig­keit können Weit­sichtige später auch in der Ferne nicht mehr scharf sehen.

Alters­sichtig­keit / Alters­weit­sichtig­keit (Pres­byopie)

  • Die Augen­linse wird unflex­ibler, das Auge kann sich immer schlechter auf die Nähe einstellen. Der Brenn­punkt für scharfes Sehen liegt hinter der Netz­haut.
  • Scharfe Sicht in der Ferne, unscharfe Sicht in der Nähe.
  • Alters­sichtig­keit in Plus­dioptrien ange­geben (z.B. +2 dpt.).
  • Alters­sichtig­keit ist fort­schreit­end, sodass sich der Bereich für scharfes Sehen immer weiter in die Ferne verschiebt.

Risiken von Alterssichtigkeit

Gibt es Risiken bei Alters­sichtig­keit / Presbyopie?

Alters­weit­sichtig­keit ist keine Erkrank­ung der Augen, sondern eine natür­liche, alters­be­dingte Verän­derung der Augen­linse. Auch wenn es sich dabei um eine fort­schrei­tende Verän­derung handelt, wird lediglich die Sicht immer unschärfer. Sie können daran jedoch nicht erblinden.

Jedoch steigt im Laufe des Lebens das Risiko für Augen­erkrank­ungen im Allge­meinen. Besonders der Grüne Star (Glaukom) und die Alters­be­dingte Maku­lade­gene­ration (AMD) gehören zu den an den weitesten verbrei­teten Volks­krank­heiten weltweit. Beides sind Augen­erkrank­ungen, die oft erst bemerkt werden, wenn sie bereits in einem fortge­schrit­tenen Stadium sind. Da bereits ent­stan­dene Schäden jedoch nicht mehr rück­gängig gemacht werden können, ist eine früh­zeitige Erkennung und eine recht­zeitige Behand­lung ent­scheidend.

Dement­sprechend wichtig sind regel­mäßige Vorsorge Unter­such­ungen bei Ihrem Augen­arzt. In den Lasermed MVZ (Medizi­nisches Ver­sorg­ungs­zentrum) werden diese mit modern­ster Technik durch­geführt: Der OCT – Optischen Kohärenz­tomo­grafie. Einen Vorsorge-Termin können Sie online oder unter 030 555 753 115 verein­baren.

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