Grauer Star (Katarakt): Augenerkrankung

03.01.2022 | Leben ohne Lesebrille, News, Rund ums Auge

Der Graue Star (Katarakt) bezeichnet eine Trübung der Augen­linse. Zu 90 % kommt der Altersstar (Cataracta senilis) vor, der ab dem Alter von ca. 60 Jahren auftritt. Eine genaue Ur­sache dafür ist meist nicht bekannt. Man schließt auf die natür­liche Alter­ung der Linse. Ein Grauer Star (Katarakt)  kann aber auch ange­boren sein.

Die Trübung der Augen­linse entsteht durch den natür­lichen Verlust ihrer Flexi­bilität. Zudem verän­dern sich die Struktur­eiweiße und die Zusam­men­set­zung der Linsen­flüssig­keit, je älter der Mensch wird. Als fördernd für die Linsen­trübung gilt unter anderem Rauchen, Infrarot-, UV- und Röntgen­strahlen, Mangel­ernäh­rung aber auch eine starke Kurz­sichtig­keit.

Der Grauer Star (Katarakt) kann ausschließlich durch eine Augenoperation behandelt werden. Hierbei wird die körpereigene Linse durch eine künstliche Linse ausgetauscht. Die sogenannte Katarakt-Operation wird in Deutschland jährlich rund 700.000 Mal durchgeführt.

Ursachen & Risikofaktoren

Der Altersstar ist die am häufigsten auftretende Form des Grauen Stars. Die Entstehungsgründe sind auf Veranlagung und unbekannte Gründe zurückzuführen. Die restlichen Formen lassen sich in erworbene Katarakte und angeborene Katarakte unterteilen.

Erworbene Katarakt-Formen
Ursachen für erworbene Katarakte

Zum einen können Strahlen ursächlich sein. Dazu zählen UV-, Infrarot- und Röntgenstrahlung. Als Berufskrankheit anerkannt ist der sogenannte Feuerstar (Wärmestar/Glasmacherstar), der durch Infrarotstrahlung ausgelöst wird. Glasbläser, die mit sehr heißen Materialien arbeiten gehören beispielsweise zur Risikogruppe des Feuerstars, daher der Name. Auf physikalische Einwirkungen reagiert die Augenlinse ziemlich empfindlich. In Ländern mit viel Sonneneinstrahlung entwickeln viele Menschen bereits zwischen 40 und 50 Jahren eine Katarakt. Auch Segelsportler z.B. müssen sich stets gegen die einfallende UV-Strahlung schützen.

Begleiterkrankungen

Zum anderen können Stoffwechselstörungen eine Ursache für den Grauen Star sein. Dazu gehören Diabetes (Cataracta diabetica), Dialyse, Schilddrüsenüberfunktion oder Kalziummangel. Zudem kann der Graue Star (Katarakt) als Begleiterkrankung von erblichen Krankheiten, wie Neurodermitis oder Morbus Wilson auftreten. Erbliche Syndrome der Organe oder Augen begünstigen ebenfalls die Linsentrübung.

Rauchen- und Alkoholkonsum

Rauchen und ausgeprägter Drogen– und Alkoholkonsum zählen ebenfalls zu den Faktoren, die den Grauen Star begünstigen. Bei vor allem männlichen Patienten kann eine Rauchpause die Notwendigkeit einer Katarakt-Operation mindern. Die Entwicklung kann jedoch nicht verhindern werden. Allgemein gilt, dass Vielraucher ein 40 % höheres Risiko haben eine Katarakt zu entwickeln. Das liegt an den Schadstoffen im Rauch und den Stoffwechselprodukten, die beim Abbau von Alkohol im Körper entstehen.

Erblichen Krankheiten

Auch durch erbliche Muskelkrankheit, die zur Muskelschwäche führen ist es möglich, den Grauen Star zu entwickeln.  Ein Beisipiel hierfür ist die Myotonen Dystrophie (Curschmann-Steinert-Batten-Syndrom) ist es möglich, den Grauen Star zu entwickeln. Ebenso Weißfleckenkrankheit Vitiligo und die sogenannte bullöse Ichthyose Siemens ist bekannt dafür, die Katarakt auslösen zu können. Bei dieser Erkrankung wächst die Haut übermäßig schnell.

Katarakt durch Medikamente

Auch bestimmte Medikamente, insbesondere Kortison (Kortisonstar), können als Folgewirkung einen Grauen Star haben. Besonders langfristige Einnahmen von Kortisontabletten gelten als  krankheitsfördernd. Keinesfalls sollte die Einnahme nach eigenem Ermessen abgebrochen werden. Dies sollte auf jeden Fall mit einem Arzt besprochen werden. Betroffene sollten alle drei Monate zur Kontrolle zum Augenarzt gehen. Dieser entscheidet dann, ob auf eine andere Behandlung umgestellt werden kann.

Augenverletzungen

Im lateinischen cataracta traumatica genannt, können verschiedene Verletzungen Grund für die Entstehung der Augenkrankheit sein. Aber auch der Grüne Star oder andere Augenkrankheiten und starke Kurzsichtigkeit spielt in manchen Fällen eine Rolle. Dazu zählen das Glaukom, altersbezogene Makuladegeneration, entzündliche Augenerkrankungen oder Netzhautschädigungen. Auch Diabetes mellitus kann eine Katarakt auslösen. Vor allem bei Diabetes-Typ-1-Patienten findet der Augenarzt öfters plaqueartige Linsentrübungen nahe der Linsenkapsel. Bei Typ-2-Diabetikern mit Insulinmangel tritt der Graue Star sogar häufiger auf als der Altersstar. Die Risikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel und erbliche Veranlagung. Auch schwankende Blutzuckerwerte spielen eine Rolle.

Vor allem im Entwicklungsländern sind viele Menschen unterernährt und leiden unter einem Mangel an Nährstoffen und Salzen. Dieser Nährstoffmangel kann ebenfalls eine Katarakt begünstigen.

Angeborene Katarakt-Formen

Ferner gibt es auch einige Risikofaktoren und Ursachen für die Entstehung eines angeborenen (konnotalen) Grauen Stars, die bei 1-6 Menschen pro 10.000 auftreten:

angeborene Schädigungen

Dazu zählen zum Beispiel Schädigungen in der Schwangerschaft, durch die das Kind eine angeborene Katarakt entwickelt. Ausgelöst kann dies durch Röteln (Rötelnembryopathie), Alkoholkonsum oder Mumps der Mutter werden. Diese Faktoren bezeichnet man als erworbene Schädigungen durch die Schwangerschaft.

Auch das Alport-Syndrom kann vererbt werden und zum Grauen Star führen. Ein erblicher Galaktokinasemangel (Galaktosämie), wobei dem Körper von Geburt an Enzyme fehlen, kann zu einer angeborenen Katarakt führen. Aber auch die Cerebrotendinöse Xanthomatose, eine seltene vererbliche Stoffwechselerkrankung, kann einen Grauen Star bereits im Kindesalter auslösen.

Genetische Defekte

Auf ca. 25 % der angeborenen Katarakt Erkrankungen trifft ein genetischer Defekt zu. Dies kann zur Trübung der Linse aufgrund der Formveränderung führen. Bei angeborenen Katarakten im Säuglingsalter sollte je nach Ausprägung nicht mit einer operativen Behandlung gezögert werden, um eine Schwachsichtigkeit (Amblyopie) zu verhindern. Das Sehsystem ist in den ersten Lebensjahren besonders empfindlich. Spätestens in der Pubertät lässt sich dieser Fehler nicht mehr beheben. Nur etwa 1 % aller Neugeborenen betrifft diese Form des Grauen Stars. Allgemein gesagt, ist der altersbedingte Graue Star die gängigste Form und bereitet in vielen Fällen keine Schwierigkeiten bei der Behandlung.

Doch welche Anzeichen deuten auf eine Katarakt hin?

Symptome

Meist treten Symptome erst im fortgeschritteneren Stadium auf. Der Patient nimmt die Sehverschlechterung meist erst wahr, wenn die Anpassungsfähigkeit des Auges abnimmt. Im späten Stadium kann es zur Erblindung kommen.

Katarakt (Grauer Star) Behandlung: Symptome des Grauen Stars wie Eintrübung der Linse
Symptome des Grauen Stars
Verlust der Sehschärfe

Typisch ist eine Trübung der Sicht, bei der der Patient das Gesehene nicht mehr so farben- und kontrastreich wahrnimmt, wie üblicherweise. Ein schmerzloser, langsamer Verlust der Sehschärfe findet statt, der Patient beschreibt die Sicht als „wie durch einen Nebel“ oder wie durch ein Milchglas. Konturen sind schlechter zu erkennen. Manchmal sieht der Betroffene Doppelbilder oder auch Dreifachbilder, die auch noch nach dem Schließen der Augen vorhanden sind. Um Lichtquellen können Schleier oder Höfe sichtbar werden. Die Orientierungsfähigkeit nimmt ab.

Hell-Dunkel-Anpassung

Das Auge wird ebenfalls lichtempfindlicher gegenüber direktem Licht, wie Scheinwerfern oder Tageslicht. Dies geht mit einer schlechteren Hell-Dunkel-Anpassung einher und Unsicherheit im Straßenverkehr. Das Sehen bei Dämmerung oder Dunkelheit fällt besonders schwer. Auch Lesen oder Fern sehen fällt immer schwerer, das räumliche Sehvermögen kann eingeschränkt sein.

Myopisierung

In seltenen Fällen kommt es zur sogenannten „Myopisierung“. Bei diesem Vorgang sieht der Kataraktbetroffene kurzzeitig in der Nähe scharf, was aber dann mit einer schlechteren Fernsicht einhergeht. Dies liegt an der Verdickung der Linse und Verdichtung des Linsenkernes. Durch die immer weiter zunehmende Linsentrübung ist diese Myopisierung jedoch nur von kurzer Dauer, da die Sehschärfe in allen Entfernungen abnimmt.

Katarakt-Formen

Der sogenannte Rindenstar ist häufig die am ehesten auftretende Art des Altersstar. Die Rindentrübung macht sich vor allem durch stärkere Blendempfindlichkeit abends bemerkbar, wenn die Pupille weit ist. Sehverschlechterungen treten meist erst auf, wenn die Trübungen zentrale Bereiche der Linse erfassen. Bei der Kerntrübung ist das Sehen in der Ferne beeinträchtigt. Der Kernstar kann zum zuvor beschriebenen Vorgang führen, vorübergehend kurzsichtig zu werden. Häufig treten auch Doppelbilder auf. Die Symptome der hinteren Schalentrübung oder auch subkapsulären Rindentrübung äußern sich durch erhöhte Blendempfindlichkeit oder Abnehmen der Sehschärfe in der Nähe. Die Schalentrübung ist die häufigste Form des Altersstars und kommt auch bei Diabetes vor.

Äußerlich erkennbare Symptome (Katarakt)

Im sehr fortgeschrittenen Stadium zeigt sich eine von außen erkennbare gräuliche Verfärbung der Iris.

Bei Angehörigen sollte man auf Symptome achten, denn oft schätzen sich Betroffene falsch ein, ignorieren die Anzeichen oder verleugnen diese.

Katarakt-Frühstadium

Im Frühstadium werden gewohnte Alltagsaktivitäten, wie Autofahren, Radfahren oder Lesen zu einer größeren Herausforderung. Dies merkt man zum Beispiel am angestrengten Gesichtsausdruck, den die Betroffenen währenddessen haben. Ganz klare Indizien, dass man den Augenarzt aufsuchen sollte, sind das Verfehlen von greifbaren Gegenständen. Wenn etwa daneben gegriffen wird, wenn die Erkrankten etwas in die Hand nehmen möchten oder ihnen etwas gereicht wird. Auch langes Zurechtfinden in einer unbekannten Umgebung und meiden dieser Regionen sprechen dafür. Häufig wird auch die Orientierung im eigenen Zuhause schwieriger, was dazu führt, dass große Ordnung gehalten wird, um alles wiederzufinden.

Alle Symptome müssen natürlich nicht alle gleichzeitig auftreten und sind von Patient zu Patient unterschiedlich ausgeprägt. Was überwiegt, hängt vom Stadium der Linsentrübung ab.

Grauer Star (Katarakt)

Diagnose

Katarakt (Grauer Star) Behandlung: Älteres Ehepaar erhält die Diagnose Grauer Star und Behandlungsmöglichkeiten bei Lasermed

Die Diagnose des Grauen Stars kann nur durch einen Augenarzt gestellt werden. In weit fortgeschrittenen Stadien ist die Erkrankung jedoch auch von außen durch die gräuliche Trübung der Iris erkennbar. Als ersten Schritt wird die Krankheitsgeschichte des Patienten erhoben (Anamnese). Es werden bestehende Grunderkrankungen ermittelt sowie die genauen Symptome des Patienten.

Untersuchung mit der Spaltlampe

Zur Überprüfung der Sehfunktion benutzt der Augenarzt ein Spaltlampenmikroskop (kurz genannt Spaltlampe) zur Beurteilung des vorderen Augenabschnittes. Die Spaltlampe stellt den vorderen Abschnitt 40- bis 60-fach vergrößert dar. Vor der Untersuchung wird die Pupille meist mit Augentropfen erweitert, um eine bessere Einsicht zu gewähren. Einige Stunden ist der Patient nicht fahrtüchtig.

Das Mikroskop durchleuchtet mit einem Lichtstrahl die durchsichtigen Augenabschnitte. So ist es möglich, den Augenhintergrund zu untersuchen und die genaue Kataraktart und Ursache festzustellen.

Katarakt-Formen

Die Trübungsmuster lassen auf die Art des Stars schlussfolgern. Beim Rindenstar haben die Trübungen eine keilförmige Form mit spaltenförmigen Wassereinlagen. Beim Kernstar beispielsweise ist die Trübung im Inneren der Augenlinse. Häufig existiert aber auch eine Kombination der Rinde und des Kerns der Augenlinse. Bei der hinteren Schalentrübung verdichtet sich das Gewebe schalenförmig unterhalb der hinteren Linsenkapsel, wie beim Kortisonstar.

Neben der Untersuchung am Spaltlampenmikroskop bieten sich noch einige ergänzende Kataraktuntersuchungen an.

Ergänzende Untersuchungen

Darunter zählt etwa die Untersuchung der Hornhaut. Es wird die Dicke der Hornhaut gemessen (Pachymetrie), sowie die Rück- und Oberfläche durch ein sogenanntes computergestütztes Pentacam. So lässt sich eine eventuelle Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) feststellen, die mit torischen Linsen im Rahmen einer Kataraktoperation ausgeglichen werden könnte.

Des Weiteren wird mit einer Überprüfung der Endothelzelldichte festgestellt, ob die Zellschicht, die die Hornhaut versorgt und ihre Transparenz gewährleistet, funktionsfähig ist. Das Untersuchungsverfahren bietet sich besonders an, wenn angeborene Hornhauterkrankungen vorliegen. Das Endothel spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Hornhaut.

Diagnoseverfahren

Ein anderes Diagnoseverfahren dient ebenfalls zur Erkennung von Linsentrübungen. Beim Brückner-Test durchleuchtet der Arzt das Auge. Die Netzhaut reflektiert einen Teil des Lichts und macht so Trübungen der Linse als dunkle Flecken erkennbar.

In manchen Fällen ist die Untersuchung des Augenhintergrundes nicht möglich, da die Linse schon zu weit getrübt ist. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen, eine Netzhautablösung oder Tumore im Augeninneren, zu erkennen. Dies ist notwendig, da der Arzt bei einer Staroperation zusätzliche Augenerkrankungen berücksichtigen muss.

Ferner kann der behandelnde Augenarzt bei einem Patienten mit Linsen- oder Hornhauttrübung mithilfe eines Retinometers die Sehschärfe bzw. das Auflösungsvermögen der Netzhaut erkennen. Dadurch kann er bewerten, ob eine Operation die Sehkraft verbessern könnte.

OCT Untersuchung

Bei Erkrankungen der Netzhaut, wie der altersbezogenen Makuladegeneration oder dem diabetischem Makulaödem, empfiehlt der Augenarzt eine Untersuchung mit einem OCT-Gerät (optische Kohärenztomographie). Vor der Operation sollte festgestellt werden, ob eine besondere Vorbehandlung mit Medikamenten bei diesen Erkrankungen erfolgen sollte.

Das OCT verwendet einen schwachen Laser und liefert hochauflösende Schnittbilder des untersuchten Gewebes. Dargestellt wird der strukturelle Aufbau der Netzhaut, wobei Schall anstatt Licht verwendet wird. Wesentliche Anhaltspunkte für Erkrankungen bilden Dicke- und Volumenmessungen. Das ultraschallähnliche Verfahren stellt die Schichten der Netzhaut, Flüssigkeitsansammlungen und auch unter der Netzhaut oder degenerative Veränderungen dar. Die Schnittaufnahmen sind einem Mikroskopbild ähnlich.

Sehtest

Zuletzt wird zur Diagnose einer Katarakt auch ein allgemeiner Sehtest durchgeführt. Dieser soll andere Augenerkrankungen ans Licht bringen und das Sehvermögen herausstellen. Dafür benutzt der Arzt einen Sehzeichenprojektor oder Sehtafeln. Bei einer Linsentrübung ist vor allem die Sehschärfe in der Nähe vermindert.

Gesichtsfeldmessung

Durch eine einfache Gesichtsfeldmessung (Perimetrie) lässt sich feststellen, ob und inwiefern bereits eine Sehverschlechterung eingetreten ist. Das Gesichtsfeld ist der Bereich, den man sieht mit gerader und ruhiger Stellung des Auges, ohne den Blick zu ändern. Der Augenarzt untersucht jedes Auge einzeln.

Besonders bei jüngeren Patienten werden zusätzliche Untersuchungen gemacht, um andere Krankheiten festzustellen. Oft ist ein Grauer Star nämlich ein Anzeichen für weitere Grunderkrankungen. Durch Haut,- Muskel,- und Bluttests können etwa Tetanie (Muskelverkrampfungen), Morbus Wilson (Störung des Kupferstoffwechsels), Diabetes mellitus oder Myotonie (Muskelerkrankung) diagnostiziert werden.

Bei Neugeborenen wird bei der U2, der zweiten kinderärztlichen Untersuchung, eine eventuelle Linsentrübung kontrolliert.

Katarakt Behandlung

Wirklich behandeln lässt sich eine Katarakt nur mit einer meist vollkommen komplikationsfreien Grauer-Star-Operation. Dabei wird die körpereigene Linse durch eine Kunststofflinse ersetzt. Rund 700.000 Menschen werden jährlich in Deutschland operiert, damit zählt sie zur häufigsten Operation hierzulande und sogar weltweit. Alternativen zu einer Operation gibt es nicht. Zunächst werden schwach ausgeprägte Sehschwächen mit üblichen Hilfen, wie Brille und Kontaktlinsen kompensiert – dies reicht aber nur eine kurze Weile aus, während der Graue Star langsam voranschreitet. Auch Medikamente verhindern die Trübung nicht.

Intraokularlinse (IOL)
Die Ursachen für erworbene Katarakte sind vielfältig:

Die Intraokularlinse (IOL), meist aus Silikon oder Acryl wird ins Auge eingesetzt und ersetzt bei der Kataraktoperation die getrübte, körpereigene Augenlinse. Der Routineeingriff verhilft im Schnitt 9 von 10 Menschen zu schärferer Sicht. Insbesondere, wenn das Auge nicht anderweitig erkrankt ist. Durch den ambulanten Eingriff kann der Patient am selben Tag mit Begleitperson nach Hause gehen.

Katarakt Operation

Die Kataraktoperation ist kein lebensnotwendiger Eingriff. Der Patient entscheidet mit dem Arzt zusammen, wann der richtige Zeitpunkt für den Eingriff ist. Sie hängt von der persönlichen Empfindung ab, wie der Betroffene Alltagsaktivitäten durchführen kann ohne sich zu sehr eingeschränkt zu fühlen. Falls es im Beruf nötig wird, die Orientierung im Alltag eingeschränkt ist oder Sport und Lesen ist nicht möglich sind, sollte man überlegen, sich operieren zu lassen. Auch wenn eine Linsentrübung festgestellt wurde, ist eine OP ohne bemerkbare Beschwerden nicht notwendig.

Die Kataraktoperation ist in jedem Alter möglich. Ein hohes Alter sollte nicht davon abschrecken, sich noch behandeln zu lassen. Allerdings sollte man es nicht unnötig hinauszögern. Wenn der Graue Star schon zu weit fortgeschritten ist, wird die Operation schwieriger. Auch die Augenvermessung ist nicht mehr so gut möglich. Unbehandelt bzw. zu spät behandelt führt die Katarakt zum Totalstar, was die Erblindung bedeutet.

Augenerkrankungen

Bevor der Eingriff durchgeführt wird, gilt zu bedenken welche anderen (Augen)-Erkrankungen vorliegen und das Ergebnis beeinflussen könnten. Die Sehleistung kann oft nicht verbessert werden bei Patienten mit einem Grünen Star, der altersbezogenen Makuladegeneration oder Augenschäden durch Diabetes. Vor der Kataraktoperation führt der Augenarzt ein aufklärendes Gespräch über Risiken, Vor- und Nachteile. Die Operation wird nur in 16 % der Fälle mit Narkose durchgeführt, hauptsächlich bei Menschen, die aus Krankheitsgründen unwillkürliche Bewegungen nicht verhindern können. Ansonsten wird eine örtliche Betäubung durchgeführt. Das Auge wird bei der Operation örtlich betäubt. Dies geschieht mittels Tropfen oder Injektion. Während der OP dabei sollte der Patient möglichst geradeaus fixieren.

Phakoemulsifikation OP-Technik
Operationstechnik

Die heutzutage übliche Operationstechnik ist die sogenannte Phakoemulsifikation. Zunächst wird das stärker betroffene Auge operiert, später das andere. Es wird zu Beginn ein kleiner „Tunnelschnitt“ (2 bis 5 mm), der später nicht vernäht werden muss, in die Linsenkapsel gemacht. Danach wird die Linse samt Kern und Rinde mit Ultraschall zerkleinert und abgesaugt. Dies passiert unter Schonung der übrigen Kapsel (Phakoemulsifikation). Im dritten Schritt kommt die Kunstlinse ins Spiel: sie ist vorerst klein gefaltet und wird dann in den leeren Kapselsack geschoben, wo sie sich ausfaltet. Die elastischen Haltbügel (Haptik) ermöglichen das Zentrieren und Verankern der Acryllinse im Kapseloval (Hinterkammerlinse). Nun ist die neue Linse eingesetzt.

Ausnahmefälle

In Ausnahmefällen legt der Operateur den Schnitt etwas größer an, falls die Linse nicht faltbar ist. Im Falle von Verlust oder Beschädigung der Linsenkapsel kann die künstliche Linse auch hinter der Pupille festgenäht werden. Wenn kein Kapselbett mehr vorhanden ist, aufgrund einer früheren Staroperation, kann die Linse auch vor der Pupille platziert werden. Falls der Kapselsack fehlt, kann die Kunstlinse auch in der Regenbogenhaut eingepflanzt werden. Diese nennt man irisfixierte Linsen. Zur Vermeidung von Infektionen wird nach etwa der Hälfte der Eingriffe noch ein Antibiotikum in die vordere Augenkammer gegeben.

Femtosekundenlaser-gestützer Eingriff

Ein zweites Verfahren ist die Femtosekundenlaser-Kataraktoperation. Wie der Name schon sagt, entstehen die Schnitte durch den Femtosekundenlaser. In nicht einmal einer Sekunde wird der Schnitt gelegt. Dieser arbeitet mit stark gebündelten, nicht-sichtbaren Energiestrahlen, die hochpräzise Operationen ermöglichen. Die Laserimpulse trennen die Gewebeschichten auf atomarer Ebene und beeinträchtigen das umliegende Gewebe somit nicht. Die Steuerung erfolgt mittels optischer Kohärenztomografie (OCT). Ein 3D-Bildgebungsverfahren macht Strukturen auf den Mikrometer genau sichtbar.

Erhaltung der Stabilität

Zuerst wird die Linsenkapsel mit dem Femtolaser geöffnet. Durch die kreisrunde Kapselöffnung bleibt die Stabilität erhalten. Dieses hohe Maß an Präzision ist bei der manuellen Phakoemulsifikation nicht gegeben. Dann zerteilt der Femtosekundenlaser die körpereigene Linse und die Linse wird manuell entfernt. Zum Schluss wird die Kunstlinse eingesetzt.

präzise Schnittführung

Im Gegensatz zum herkömmlichen Operationsverfahren bietet der Femtosekundenlaser eine weitaus präzisere Schnittführung. Weitere Vorteile sind die hoch präzisierte Positionierung der Kunstlinse durch exakte Öffnung der Kapsel und ein geringeres Risiko, dass die Linse verkippt. Des Weiteren werden weniger Wärme und Blasen gebildet als mit dem Ultraschall. Auch eine Hornhautverkrümmung kann direkt mit korrigiert werden.

Grauer Star (Katarakt)

Linsen mit Zusatznutzen

Welche Linse eingesetzt wird, entscheidet sich nach genauer Untersuchung und Absprache mit dem Augenarzt. Insbesondere werden Augenvermessungen gemacht und der Brechwert für die Intraokularlinse ermittelt. Auch die individuellen Wünsche des Patienten werden miteinbezogen.

Katarakt (Grauer Star) Behandlung: Zusatzlinsen

Die Möglichkeiten, eine Fehlsichtigkeit mit Intraokularlinsen zu korrigieren sind sehr vielfältig. Egal, ob kurzsichtig, weitsichtig oder mit Hornhautverkrümmung – auch für eine Kombination mit allem gibt es die passende Linse. Dabei werden die Stärke und das Design der Kunstlinse individuell eingestellt. Dies alles ermöglichen Mono-, Multifokallinsen und torische Linsen.

Monofokallinse

Die Monofokallinse oder auch Ein-Stärken-Linse wird standardmäßig beim Grauen Star verwendet. Sie wird von der Kasse übernommen, kann jedoch nur einen Entfernungsbereich korrigieren, in der Regel für die Ferne. Für das Lesen oder PC-Arbeit benötigt man zusätzlich eine Brille. Die Monofokallinse gibt es auch in einer Ausführung mit Blaulichtfilter: Die sogenannte gelbe Intraokularlinse imitiert die Pigmentierung der natürlichen Augenlinse und schützt die Netzhaut verstärkt vor schädlichem UV-Licht.

Monovision

Die zusätzlich wählbare Monovision korrigiert das eine Auge in die Ferne und das andere in die Nähe. Dadurch kann jedoch nicht im Intermediärbereich, also bei Gesprächen oder am PC gut gesehen werden.

Multifokallinse

Die Lösung für das einwandfreie Sehen im Intermediärbereich bietet die Multifokallinse. Sie besitzt mehrere Brennpunkte und man kann dadurch alle Bereiche scharf sehen – kurz, fern oder mittig. Anders als die Monofokallinse (Ein-Stärken-Linse) besitzt die multifokale Intraokularlinse ein komplexes Design, das aus mehreren konzentrischen Ringen unterschiedlicher Brechkraft besteht. Die multifokale Intraokularlinse ermöglicht also ein scharfes Sehen in jeder Distanz. Ein weiterer Vorteil der multifokalen Linse: Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen, wie z. B. in der Dämmerung, bleibt die Sehleistung erhalten. Auch Brille oder den Kontaktlinsen sind nie mehr vonnöten.

Torische Multifokallinse

Die torische Multifokallinse bietet eine extra Funktion: Sie kann eine eventuell vorhandene Hornhautverkrümmung mit korrigieren. Die OP verläuft wie bei der Monofokallinse, mit dem Zusatz, dass die Achslage der Hornhautverkrümmung genau berücksichtigt wird, um einen optimalen Sitz der Linse zu gewährleisten. Wie die Multifokallinse verfügt auch die torische Intraokularlinse über ein optisches Design, welches das Kontrastsehen bei allen Lichtverhältnissen erheblich optimiert.

Grauer Star (Katarakt) Nachsorge

Nach der Operation

Lasermed ist der größte Augenarztverbund in Berlin und Brandenburg. Die bei Lasermed und den zur Lasermed Group gehörenden Augenkliniken am Wittenbergplatz und im Ring-Center tätigen Ärzte bringen über 20 Jahre Erfahrung mit und führen pro Jahr über 40.000 Katarakt Operationen durch.

Nachsorge

Der Patient kann nach dem Eingriff meist schon am selben Tag nach Hause gehen, selbstverständlich nicht am Steuer und optimalerweise mit einer Begleitperson. Bei einem stationären Klinikaufenthalt kann er diese nach ein bis drei Tagen wieder verlassen. Etwa einen Monat lang sind antibiotische und entzündungshemmende Augentropfen zu verwenden. Teils werden auch nichtsteroidale Antirheumatika oder Kortikosteroidtropfen eingesetzt. Diese sollten streng nach Plan verabreicht werden.

Nachsorgeuntersuchungen

Der Augenarzt kontrolliert in Nachsorgeuntersuchungen das Auge. Falls eine Sehminderung, Schmerzen, Lichtblitze oder starke Rötungen zu erkennen sind, muss sofort der Arzt aufgesucht werden. In den ersten Wochen nach dem Eingriff sollte Druck auf das Auge vermieden werden, sowie kein Wasser oder Make-Up ans Auge kommen.

Manchmal kann es vorkommen, dass die erwünschte Sehschärfe durch die Existenz anderer Augenerkrankungen, vor allem bei älteren Patienten, nicht erreicht wird. Deshalb ist eine genaue Untersuchung und Aufklärung vor der Operation wichtig. Nach 4 bis 8 Wochen ist die Heilung vollständig abgeschlossen und es hat sich eine stabile Situation eingestellt.

Nachstar

Als Folge der Kataraktoperation kann mit einer Wahrscheinlichkeit von bis zu 5% ein Nachstar (Cataracta secundaria) auftreten. Dabei kommt es zur Trübung der hinteren Linsenkapsel mit entsprechender Sehverschlechterung. Ausgelöst wird dies durch eine bindegewebige Umwandlung der Kapsel oder durch Vermehrung von verbliebenen Linsenzellen. Doch das ist kein Grund zur Sorge, der Nachstar kann ohne weiteren Komplikationen mit einem kleinen ambulanten Eingriff entfernt werden. Die Kapsel wird zielgenau geöffnet, damit einfallendes Licht wieder eintreten kann. Danach muss der Augeninnendruck kontrolliert werden.

Qualität

Durch die multidisziplinäre Behandlung lassen sich optimale gesundheitliche Ergebnisse erzielen. Lasermed ist auf das gesamte ganzheitliche Spektrum der Augenheilkunde spezialisiert und bietet dadurch auch im Rahmen des einer Katarakt-Operation die bestmögliche Versorgung.

OCT-Mikroskop 3D

Neueste Technik unterstützt jederzeit das Operationsverfahren für höchstmögliche Präzision und Detailtreue. Mit dem „OCT-Mikroskop 3D“ von Alcon lässt sich das Auge weitaus besser betrachten als mit dem herkömmlichen Okular. Das Mikroskop bietet eine 3D-Visualisierung mit erweiterter Auflösung sowie eine Darstellung wichtiger Patientendaten, wie Augeninnendruck, in Echtzeit. Der Arzt kann die anatomischen Strukturen durch die dreidimensionale, tiefschichtige Ansicht besser analysieren. Ein weiterer Pluspunkt: die Lichtintensität ist reduziert und der Bildschirm ermöglicht eine bessere Haltung des Chirurgen – das macht den Eingriff für Patient und Behandler angenehmer.

Behandelnder Experte

Dr. med. Thomas Pahlitzsch ist einer der erfahrensten Augenärzte in Berlin. Jährlich führt sein Team und er über 40.000 Kataraktoperationen durch. Im Jahr 1989 führte er den ersten ambulanten Eingriff in Berlin durch – das macht ihn zum Pionier und Vorreiter auf dem Gebiet der Kataraktchirurgie. Dr. Pahlitzsch eignet sich bestens als Ansprechpartner sowie Augenchirurg und wird in Berlin und Brandenburg wärmstens weiterempfohlen.

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