Weitsichtigkeit: Diagnose, Ursachen und Formen

24.01.2022 | News, Rund ums Auge

Weitsichtigkeit auch Hyperopie 

Bei Weit­sich­tig­keit oder auch Hyperopie ist der Aug­apfel meist zu kurz, sodass der Brenn­punkt für ein scharfes Bild hinter der Netzhaut liegt – die Licht­strah­len fallen parallel ins Auge. Weit­sich­tige Men­schen können meist in der Nähe schlecht sehen.

Diagnose Sehtest: Wie wird Weitsichtigkeit fest­ge­stellt?

Weit­sich­tig­keit / Hyper­opie wird schnell und un­komp­liziert bei einem Augen­arzt oder Augen­optiker fest­ge­stell. Durch einen Seh­test wird untersucht, wie gut die Augen in die Weite (Fern­visus) und in die Nähe (Nah­visus) sehen können.
Dabei müssen unter­schied­lich große Buch­staben oder Zahlen auf der soge­nannten Visus­tafel erkannt werden. Bei dem Sehtest wird zu­nächst bei ab­ge­deck­tem linken Auge das rechte Auge einmal ohne und einmal mit korri­gier­en­dem Glas geprüft – an­schließ­end an­ders­herum. So kann die Stärke der Weit­sichtig­keit in Diop­trien ermittelt werden. Mit dieser soge­nann­ten Re­frak­tions­mes­sung kann der zur Korrek­tur der Seh­schwäche benöt­igte Diop­trien-Wert ermittelt werden.

  • Die Dioptrie ist die Maß­ein­heit für den Brech­wert. Ein normal­­sich­tiges Auge hat eine Gesamt­­brech­­kraft von maxi­mal ca. 63 Diop­trien. Eine Fehl­sich­tig­keit wird als Ab­weich­ung in Diop­trien von diesen ide­alen Werten ge­messen.
  • Je nach Tageszeit, Licht, Ihrer Aus­ge­ruht­heit und Ihrem Wohl­be­finden können die Ergeb­nisse des Seh­tests unter­schied­lich aus­fallen. Even­tuell kann es hilf­reich sein Ihre Werte mehr­mals zu kon­trol­lieren.
  • Beson­ders bei jungen weit­sichtigen Menschen erfor­dert der Seh­test beson­deres Finger­spitzen­gefühl, da die noch sehr elas­tische Augen­linse die Fehl­sichtig­keit durch Akkom­modation oft un­will­kür­lich aus­gleicht. Beson­ders leichte Weit­sichtig­keit kann daher schnell über­sehen werden. Oft werden daher spezielle Augen­tropfen (Zykloplegie) ver­wendet, die die Krüm­mungs­fähig­keit der Linse vor­über­geh­end „aus­schalten“ – die Augen werden „weitgetropft“.

Damit Ihre Brille oder Kontakt­linsen für Sie indivi­duell perfekt ange­fertigt werden können, ist eine pro­fessio­nelle Mes­sung bei einem Experten essentiell.

Weitsichtigkeit: unscharfe Sicht in der Näheund scharfe Sicht in der Ferne

Ursachen & Formen der Hyperopie

Welche Ursachen hat Weitsichtigkeit?

Grund­sätz­lich ist Weit­sichtig­keit (Hyper­opie) keine Er­krank­ung der Augen. Es handelt sich um eine meist natür­liche Un­regel­mäßig­keit in der Augen­form oder Brech­kraft. Weit­sichtig­keit kann zwei ver­schie­dene Ursachen haben:

  • Der Aug­apfel ist zu kurz (Achsen­hyper­metropie oder Achsen­hyper­opie). Dies ist am Häuf­igsten der Fall.
  • Die Brech­kraft der licht­brech­enden Medien (Horn­haut, Linse, Glas­körper, Vor­der­kam­mer) ist im Verhält­nis zur nor­malen Länge des Auges zu gering (Brech­ungs­hyper­opie oder Brech­ungs­hyper­metro­pie).

In manchen Fällen ist auch eine Kom­bina­tion aus beiden Ursachen möglich. Die Aus­wirk­ungen auf das Sehen sind jedoch gleich: Ihr Auge kann sich nicht richtig scharf stellen, da aus der Nähe kom­men­den Licht­strah­len sich nicht auf der Netz­haut, sondern dahinter zu einem scharfen Bild ver­ein­igen. Die Folge: Bei ent­spann­ter Augen­mus­kula­tur liegt der Brenn­punkt für ein scharfes Bild sogar bei weit ent­fern­ten Ob­jekten hinter der Netz­haut. Noch stärker fällt dieser Effekt bei nahen Ob­jekten aus.

  • Ein „normaler“ Augapfel ist circa 24 Milli­meter lang. Nur 1 Milli­meter weniger macht bereits eine Weit­sichtig­keit von 3 Diop­trien aus.

Weit­sich­tige können ihre Fehl­sichtig­keit im Gegen­teil zu Kurz­sich­tigen ein Stück weit kom­pen­sieren: Durch Akti­vität des Ziliar­muskels (innerer Augen­muskel) kann die Brech­kraft der Linse ver­stärkt werden. Der unbe­wusste Vorgang nennt sich Akkom­moda­tion und funk­tioniert bei weiter ent­fernten Gegen­ständen besser als bei in der Nähe liegen­den – daher spricht man auch von Über­sichtig­keit. Aller­dings ist dieser Aus­gleich auf Dauer sehr an­strengend. Über­sichtig­keit ist demnach keine beson­dere Fähig­keit, wort­wört­liche an­streng­ende „Muskel­arbeit“ für die Augen.

Weitsichtigkeit: anatomische Ursachen der Hyperopie
Weitsichtigkeit vs. Altersweitsichtigkeit

Weit­sichtig­keit ist jedoch nicht zu ver­wech­seln mit Alters­weit­sichtig­keit: Natür­licher Weise nimmt die Elas­tizität der Linse im Alter immer weiter ab – sie kann sich immer schlechter auf ver­schie­dene Ent­fern­ungen ein­stellen. Man spricht auch von Alters­(weit)­sichtig­keit (Pres­byopie): Die meisten Menschen benöt­igen ab circa dem 45. Lebens­jahr eine Lese­brille. Menschen, die bereits weit­sichtig sind, benötigen meist schon deutlich früher eine Lese­brille. Ab dem 40. bis 45. Lebens­jahr können sie zudem in der Regel auch in der Ferne ohne Brille nicht mehr scharf sehen.

Weitsichtigkeit: Ältere Frau sitzt auf der Couch und telefoniert
Weitsichtigkeit bei Kindern

Weit­sichtig­keit / Hyper­opie ist normal­er­weise vererbt und ange­boren. Alle Kinder kommen leicht weit­sichtig zur Welt, werden jedoch in der Regel in den ersten sechs Lebens­jahren wieder normal­sichtig, sodass eine Korrek­tur nicht nötig ist. Beson­ders stark weit­sich­tige Kinder hin­gegen benötigen eine Brille um eine spätere Gefahr für eine Schiel­er­krank­ung zu vermeiden. Oft kann sich die Weitsichtigkeit aber durch das Wachs­tum des Auges bis zum Erwach­senen­alter noch ver­ringern.

Blog: Weitsichtigkeit: Diagnose, Ursachen und Formen

Behandlung: Wie lässt sich Weitsichtigkeit korrigieren?

Brille & Kontaktlinsen oder Augenlasern

Her­kömm­licher Weise wird Weit­sichtig­keit (Hyper­opie) durch eine Sehhilfe, also eine Brille oder Kontakt­linsen korri­giert. Dabei kommen Sammel­linsen mit einem posi­tiven Brech­wert – gemes­sen in Diop­trien (kurz dpt.) – zu Einsatz: Das Plus­glas.

Die Linsen der Brille oder Kontakt­linsen ver­schieben den Punkt des scharfen Sehens im Auge wieder weiter nach vorne, sodass das ein­fal­lende Licht auf der Netz­haut gebün­delt an­kommt. So kann beim Blick in die Ferne auch ohne Akkom­moda­tion ein scharfes Bild auf der Netz­haut ent­stehen. Diese soge­nannten Plus­gläser sind konvex: Sie sind in der Mitte etwas dicker als am Rand und können sehr dünn ge­schlif­fen werden.

Es ist nicht unge­wöhn­lich, dass die ver­schrie­bene Brille oder Kontakt­linsen keine wesent­liche wahr­nehm­bare Ver­besser­ung der Seh­schärfe bewirkt. Dennoch ist es not­wendig die Brille / Kontakt­linsen dennoch zu tragen, da sein kann, dass Weit­sichtige sonst beginnen zu schielen.

Die moderne Lös­ungen zu Seh­hilfen wie der Brille oder Kontakt­linse sind das Augen­lasern oder Pre­mium­linsen. Durch eine kurze und schmerz­freie Be­hand­lung können Sie lang­fristig auf Ihre Seh­hilfe ver­zichten. Augen­ärzte em­pfeh­len das Augen lasern beson­ders Menschen, die auf­grund Ihrer Brille oder der Kontakt­linsen Kopf­schmerzen, Augen­schmerzen oder -ent­zün­dungen bekom­men, da diese in den meisten Fällen von den Seh­hilfen hervor­ge­rufen werden.

Wir beraten Sie hierzu gerne in einem per­sön­­lichen Gespräch. Kosten­­frei und un­ver­­bind­­lich.

Unterschied zu Kurzsichtigkeit

Was ist der Unter­schied zwischen Weit- und Kurz­sichtig­keit?
  • Kurz­sichtig­keit (Myopie): Scharf Sicht in der Nähe, unscharfe Sicht in der Ferne. Kurz­sichtig­keit wird mit einem Minus an­ge­geben (z.B. -1,5 dpt.).
  • Weit­sichtig­keit (Hyperopie): Scharfe Sicht in der Ferne, unscharfe Sicht in der Nähe. Weit­sichtig­keit wird mit einem Plus ange­geben (z.B. +2 dpt.).

Wäh­rend Kurz­sichtige in der Nähe gut und in der Distanz unscharf sehen, können Weit­sich­tige in der Ferne gut und in der kurzen Distanz unscharf sehen. Weit­sich­tige müssen dafür jedoch die inneren Augen­muskeln stark bean­spruchen, weshalb Weit­sichtig­keit oft als an­stren­gender wahr­ge­nom­men wird. Bei sehr starker Weit­sichtig­keit ist das scharfe Sehen in der Nähe und teil­weise auch in anderen Dis­tanzen nicht mehr möglich.

Risiken von Weitsichtigkeit

Gibt es Risiken bei Weit­sichtig­keit?

Weit­sichtig­keit (Hyper­opie) keine Erkrank­ung, sondern eine natür­liche Un­regel­mäßig­keit der Augen. Dennoch erhöht beson­ders starke Weit­sichtig­keit (ab +5 Dioptrien) das Risiko für schwer­wieg­ende Er­krank­ungen des Auges. Dazu gehören unter anderem die Alters­be­dingte Makula­dege­neration (AMD), Grauen Star (Katarakt) und Grünen Star (Glaukom). Aus diesem Grund sollten sie ab dem 35. Lebens­jahr regel­mäßige Vor­sorge­unter­such­ungen wahr­nehmen, bei denen der Augen­innen­druck gemessen wird.

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