Die implantierbare Kontaktlinse (ICL) korrigiert Fehlsichtigkeit ohne Abtrag von Hornhautgewebe. Erfahren Sie, wie das Verfahren funktioniert, wer geeignet ist und was bei Lasermed auf Sie zukommt.

Was ist eine implantierbare Kontaktlinse?
Die implantierbare Kontaktlinse (kurz: ICL) ist eine hauchdünne Kunstlinse aus dem biokompatiblen Collamer-Material. ICL steht für implantierbare Collamer Linse. Die Linse wird hinter der Iris in die hintere Augenkammer eingesetzt und verbleibt dort dauerhaft. Sie ergänzt die natürliche Augenlinse, anstatt sie zu ersetzen. Bei Bedarf kann die ICL jederzeit entfernt oder ausgetauscht werden.
Das Verfahren eignet sich besonders für Personen mit starker Fehlsichtigkeit, bei denen klassisches Augenlasern an seine Grenzen stößt. Die ICL korrigiert Fehlsichtigkeit nach demselben optischen Prinzip wie eine Brille oder herkömmliche Kontaktlinsen: Die fein geschliffene Linse bündelt einfallendes Licht exakt auf der Netzhaut.
So funktioniert die ICL-Implantation
Der Augenchirurg setzt die gefaltete Linse über einen Schnitt von etwa 2 bis 3 mm am Hornhautrand ein. Im Auge entfaltet sich die Linse selbstständig. Der Chirurg positioniert sie anschließend präzise hinter der Iris. Eine Naht ist in der Regel nicht nötig, da sich der kleine Hornhautschnitt von selbst verschließt.
Da bei der ICL kein Hornhautgewebe abgetragen wird, lassen sich auch sehr hohe Fehlsichtigkeiten korrigieren. Die ICL erreicht damit einen Korrekturbereich, der über die Möglichkeiten einer Laser-OP hinausgehen kann.
Für wen kommt eine ICL infrage?
Eine ICL-Behandlung kommt für viele fehlsichtige Menschen infrage, besonders wenn andere Verfahren nicht möglich oder nicht gewünscht sind. Die Behandlung setzt folgende Voraussetzungen voraus:
- Fehlsichtigkeit im korrigierbaren Bereich: Kurzsichtigkeit bis ca. -20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis ca. +10 Dioptrien und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis ca. 6 Dioptrien.
- Mindestalter: 18 Jahre (häufig empfohlen: 21 Jahre) sowie seit mindestens 1 bis 2 Jahren stabile Sehwerte (maximal +/-0,5 Dioptrien Änderung).
- Ausreichende Vorderkammertiefe: Das Auge muss genügend Platz für die Linse bieten. Die Hornhautdicke spielt dabei keine Rolle.
- Keine aktiven Augenerkrankungen: Entzündungen oder Netzhautprobleme schließen eine ICL-Behandlung aus.
- Guter Allgemeinzustand: Eine komplikationsfreie Heilung setzt einen stabilen Gesundheitszustand voraus.
Die individuelle Eignung klärt ein Augenspezialist in einer ausführlichen Voruntersuchung. Erst danach lässt sich eine fundierte Empfehlung aussprechen.
Vorteile der implantierbaren Kontaktlinse gegenüber anderen Verfahren
Die ICL bietet gegenüber dem Augenlasern und dem Alltag mit Brille oder Kontaktlinsen mehrere Vorteile:
- Breiter Korrekturbereich: Da kein Hornhautgewebe abgetragen wird, lassen sich auch sehr hohe Fehlsichtigkeiten korrigieren. Die ICL eignet sich damit für Patienten, bei denen eine Laserbehandlung nicht ausreicht.
- Reversibilität: Die Linse kann jederzeit entnommen oder gegen eine neue ersetzt werden, etwa wenn sich Sehwerte ändern oder im Alter eine Katarakt-Operation nötig wird.
- Unsichtbar und pflegefrei: Die ICL sitzt im Augeninneren, ist weder spürbar noch von außen sichtbar und enthält einen integrierten UV-Filter. Das tägliche Ein- und Aussetzen entfällt.
- Schnelle Sehverbesserung: Viele Patienten bemerken eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe bereits kurz nach dem Eingriff.
- Weniger trockene Augen: Typische Beschwerden nach einer Laserbehandlung, wie Trockenheit oder Blendempfindlichkeit, treten nach einer ICL-Implantation in der Regel deutlich seltener und milder auf.
- 01
Voruntersuchung
Augenspezialisten prüfen Sehschärfe, Hornhaut, Augendruck und Augenanatomie, um die Eignung für eine ICL festzustellen.
- 02
Operation
Die gefaltete ICL-Linse wird über einen Schnitt von ca. 2 bis 3 mm eingesetzt, entfaltet sich selbstständig und wird hinter der Iris positioniert.
- 03
Nachsorge
Kontrolltermine erfolgen nach 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat und 1 Jahr, um den Heilungsverlauf zu überwachen.
Ablauf der ICL-Behandlung bei Lasermed
Die ICL-Behandlung bei Lasermed gliedert sich in drei Schritte:
Schritt 1: Voruntersuchung. Die Augenspezialisten von Lasermed prüfen umfassend, ob eine ICL für Sie geeignet ist. Untersucht werden Sehschärfe, Fehlsichtigkeit, Hornhaut, Augendruck und Augenanatomie. Anschließend besprechen Sie gemeinsam das weitere Vorgehen.
Schritt 2: Operation. Die Implantation ist ein minimal-invasiver Eingriff. Pro Auge dauert die ICL-Operation in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten. Sie erhalten eine lokale Betäubung mit Augentropfen und bei Bedarf ein leichtes Beruhigungsmittel. Aus Sicherheitsgründen wird pro Termin meist nur ein Auge behandelt. Der Chirurgen setzt die gefaltete Kunstlinse durch den Hornhautschnitt ein, richtet sie hinter der Iris aus und der Schnitt verschließt sich selbstständig.
Schritt 3: Nachsorge. Direkt nach der Operation schützt ein Augenverband das behandelte Auge. Viele Patienten können bereits am ersten Tag nach der ICL-Implantation wieder scharf sehen. Das Gehirn gewöhnt sich innerhalb der nächsten Tage bis wenige Wochen an das neue Sehen. Nachkontrollen erfolgen nach 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat und etwa 1 Jahr, um den Heilungsverlauf zu überwachen.
ICL
Methode
Kunstlinse wird implantiert
Hornhautabtrag
Keiner
Max. Korrektur Kurzsicht
ca. -20 Dioptrien
Reversibel
Ja
Augenlasern
Methode
Hornhautgewebe wird abgetragen
Hornhautabtrag
Ja
Max. Korrektur Kurzsicht
durch Hornhautdicke begrenzt
Reversibel
Nein
ICL vs. Augenlasern: Ein direkter Vergleich
ICL vs. Augenlasern: Der wesentliche Unterschied liegt in der Methode der Fehlsichtigkeitskorrektur und im erreichbaren Korrekturbereich.
- ICL: Kunstlinse wird ins Auge implantiert, kein Hornhautgewebeabtrag, korrigiert bis ca. -20 Dioptrien Kurzsichtigkeit, reversibel, Hornhautdicke irrelevant.
- Augenlasern: Hornhautgewebe wird abgetragen, Korrekturbereich durch verfügbare Hornhautdicke begrenzt, dauerhaft nicht reversibel.
Welches Verfahren für Sie geeignet ist, klärt ein Augenspezialist in einer persönlichen Voruntersuchung. Beide Verfahren haben spezifische Vorteile und Einschränkungen.
Lasermed: Erfahrung und medizinische Standards bei der ICL
Bei Lasermed erfolgt die ICL-Behandlung nach anerkannten medizinischen Standards. Die individuelle Voruntersuchung bildet die Grundlage jeder Entscheidung. Kein Eingriff wird empfohlen, wenn die Voraussetzungen nicht erfüllt sind. Die Nachsorge mit festgelegten Kontrollzeitpunkten nach 1 Tag, 1 Woche, 1 Monat und 1 Jahr stellt sicher, dass der Heilungsverlauf engmaschig überwacht wird.
Persönliche Beratung als nächster Schritt
Die implantierbare Kontaktlinse kann eine gewebeschonende und reversible Option zur Korrektur von Fehlsichtigkeit sein, besonders bei hohen Dioptrienwerten. Ob die ICL für Sie geeignet ist, lässt sich nur durch eine individuelle Untersuchung feststellen.
Vereinbaren Sie jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin bei Lasermed und lassen Sie Ihre Augen von unseren Spezialisten untersuchen.
Häufige Fragen
Was ist eine implantierbare Kontaktlinse (ICL)?
Eine implantierbare Kontaktlinse (ICL) ist eine hauchdünne Kunstlinse aus Collamer-Material, die hinter der Iris in die hintere Augenkammer eingesetzt wird. Sie ergänzt die natürliche Augenlinse und korrigiert Fehlsichtigkeit ohne Abtrag von Hornhautgewebe.
Für wen ist eine ICL geeignet?
Eine ICL eignet sich besonders für Menschen mit hoher Fehlsichtigkeit, bei denen Augenlasern nicht möglich ist. Voraussetzungen sind unter anderem ein Mindestalter von 18 Jahren, stabile Sehwerte seit 1 bis 2 Jahren und eine ausreichende Vorderkammertiefe.
Wie lange dauert eine ICL-Operation?
Die ICL-Implantation dauert pro Auge in der Regel etwa 10 bis 20 Minuten. Aus Sicherheitsgründen wird pro Termin meist nur ein Auge behandelt.
Ist eine ICL reversibel?
Ja, die implantierte Linse kann jederzeit wieder entnommen oder gegen eine neue ausgetauscht werden, etwa wenn sich die Sehwerte ändern oder eine Katarakt-Operation nötig wird.
Welche Fehlsichtigkeiten kann eine ICL korrigieren?
Die ICL korrigiert Kurzsichtigkeit bis ca. -20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis ca. +10 Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis ca. 6 Dioptrien. Damit übertrifft der Korrekturbereich in der Regel den von Laserverfahren.
Wann sieht man nach einer ICL-Implantation wieder scharf?
Viele Patienten bemerken eine deutliche Verbesserung der Sehschärfe bereits am ersten Tag nach dem Eingriff. Das Gehirn gewöhnt sich innerhalb weniger Tage bis Wochen an das neue Sehen.
Ist die ICL von außen sichtbar oder spürbar?
Nein, die ICL sitzt unsichtbar im Augeninneren. Sie ist weder von außen sichtbar noch spürbar und enthält zudem einen integrierten UV-Filter.
