Ursachen, Risiken und Alternativen
Eine Augenlaserbehandlung dient der präzisen Korrektur der Fehlsichtigkeit, indem Hornhautgewebe so modelliert wird, dass sich die Brechkraft des Auges optimal verändert. Dafür muss die Hornhaut gesund, regelmäßig geformt und stabil sein. Ist sie geschwächt, entzündet oder vernarbt, wird die Behandlung unsicher. In solchen Fällen wäre das Ergebnis unzuverlässig und die Heilung erschwert. Deshalb gelten bestimmte Hornhauterkrankungen als nicht fürs Augenlasern geeignet, und Fachärzte prüfen stattdessen, welche Alternativen zum Augenlasern infrage kommen.

Hornhauterkrankungen, die Augenlasern unmöglich machen
Wenn die Hornhaut zu dünn oder verformt ist
Eine dünne oder irreguläre Hornhaut ist einer der häufigsten Gründe, warum Patienten nicht fürs Augenlasern geeignet sind. Beim Augenlasern wird Gewebe abgetragen. Wenn die Hornhaut jedoch bereits zu dünn ist, würde dieser Abtrag ihre biomechanische Stabilität weiter reduzieren.
Zu den relevanten Erkrankungen gehören:
- Keratokonus – eine kegelartige Vorwölbung mit deutlicher Ausdünnung
- Keratoglobus – eine kugelförmige, gleichmäßigere Ausdünnung
Beide Erkrankungen führen zu verzerrtem Sehen, starker Blendempfindlichkeit und schwankenden Brillenwerten. Beim Augenlasern würde sich die Formveränderung verstärken, daher sind diese Patienten nicht fürs Augenlasern geeignet.
Wenn die Hornhaut vernarbt oder getrübt ist
Liegt eine Vernarbung oder Trübung vor, wird die Lichtbrechung verändert. Ein Laserabtrag kann auf solch einer Oberfläche kein präzises Ergebnis erzielen.
Typische Ursachen sind:
- Infektionen
- Verletzungen
- frühere operative Eingriffe
Besonders Narben im Zentrum der Hornhaut machen eine sichere Korrektur der Fehlsichtigkeit unmöglich. Deshalb wird in diesen Fällen grundsätzlich von einer Laserbehandlung abgeraten.
Wenn Entzündungen der Hornhaut vorliegen
Akute oder chronische Hornhautentzündungen führen zu Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und gestörter Heilung. Beim Augenlasern würde der Eingriff die Entzündung verstärken, die Oberfläche zusätzlich irritieren und die Genesung erheblich verzögern. Solange die Entzündung aktiv ist, ist das Auge nicht fürs Augenlasern geeignet.
Augenlasermethoden bei gesunder Hornhaut
Wenn keine Erkrankung vorliegt und die Hornhaut stabil ist, stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, die sich bestens zur Korrektur der Fehlsichtigkeit eignen. Diese Methoden sind für gesunde Augen oft ausgezeichnet geeignet, wenn die Hornhaut stabil genug ist.
Methoden
Besonderheiten
Geeignet für
Femto LASIK
Standardverfahren mit Flap
breites Spektrum an Fehlsichtigkeiten
flapfrei, besonders schonend
Kurzsichtigkeit, Astigmatismus
oberflächliche Behandlung ohne Flap
dünne Hornhaut, Sportler
optimale Lösung bei Alterssichtigkeit
Presbyopie
Alternativen zum Augenlasern, wenn es medizinisch nicht möglich ist
Wenn eine Hornhauterkrankung vorliegt, empfehlen Augenärzte zunächst die Behandlung der Grunderkrankung. Ist Lasern dauerhaft ausgeschlossen, stehen sichere und bewährte Alternativen zum Augenlasern zur Verfügung:
ICL – Implantierbare Kontaktlinse
Eine ICL wird zusätzlich zur natürlichen Linse eingesetzt.
Vorteile:
- Ideal bei dünner Hornhaut
- Reversibel
- große dioptrische Spannbreite
- kein Gewebeabtrag auf der Hornhaut
ICL sind perfekt geeignet für Patienten, die beim Augenlasern nicht infrage kommen, aber dennoch eine hochpräzise Korrektur der Fehlsichtigkeit wünschen.
Refraktiver Linsentausch (RLE)
Beim refraktiven Linsentausch wird die natürliche Linse durch eine hochwertige Intraokularlinse ersetzt.
Vorteile:
- dauerhaft stabile Sehkraft
- Vermeidung des Grauen Stars
- ideal bei Alterssichtigkeit oder Linsentrübungen
Der RLE ist eine ausgezeichnete Option, wenn Patienten nicht fürs Augenlasern geeignet sind und gleichzeitig eine langfristige Lösung suchen.
Beratung und individuelle Eignung
Ob jemand fürs Augenlasern geeignet ist, hängt von Hornhautstruktur, Pupillengröße, Tränenfilm, Dioptrienwerten und individuellen Wünschen ab. Eine gründliche Analyse liefert klare Antworten. Selbst wenn das Augenlasern ausgeschlossen ist, ermöglichen moderne Linsenverfahren häufig dennoch ein brillenfreies Leben.
FAQ: Augenlasern und Hornhauterkrankungen
Welche Hornhauterkrankungen verhindern Augenlasern?
Keratokonus, Keratoglobus, Narben und Hornhautentzündungen verhindern eine sichere Laserbehandlung.
Wann bin ich fürs Augenlasern geeignet?
Nur bei stabiler, ausreichend dicker und gesunder Hornhaut ist Augenlasern empfehlenswert.
Was sind Alternativen zum Augenlasern?
ICL und der refraktive Linsentausch gelten als bewährte Alternativen, wenn Lasern nicht infrage kommt.
