Augenlasern gehört zu den etablierten Verfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit und liefert in den meisten Fällen stabile und sichere Ergebnisse. Dennoch gibt es seltene Fälle, in denen eine Nachkorrektur beim Augenlasern notwendig sein kann. Dies ist der Fall, wenn das gewünschte Sehvermögen nach der ersten Behandlung nicht vollständig erreicht wurde oder sich die Sehstärke im Laufe der Zeit verändert hat. In diesem Artikel erfahren Sie, unter welchen Umständen eine Nachkorrektur notwendig ist, welche Voraussetzungen dafür erfüllt sein müssen und was es im Hinblick auf die Nachsorge zu beachten gilt.

Was ist eine Nachkorrektur beim Augenlasern?
Eine Nachkorrektur beim Augenlasern ist ein zusätzlicher Laser-Eingriff, der durchgeführt wird, um Restfehlsichtigkeiten zu korrigieren oder die Sehqualität nach der ersten Behandlung zu optimieren. Dabei wird gezielt der Bereich der Hornhaut mit dem Laser bearbeitet, um das Sehvermögen weiter zu verbessern. Es ist wichtig, die Nachkorrektur klar von der frühen Heilungsphase der ersten Behandlung zu unterscheiden. Zu Beginn der Heilung können Schwankungen in der Sehschärfe auftreten, was jedoch nicht automatisch auf die Notwendigkeit einer Nachkorrektur hinweist.
Wann ist eine Nachkorrektur nötig?
Eine Nachkorrektur kommt in der Regel erst infrage, wenn der Heilungsprozess der ersten Augenlaserbehandlung abgeschlossen und die Sehstärke stabilisiert ist. Schwankende Sehschärfe während des Heilungsprozesses sind normal und bedeuten nicht zwangsläufig, dass nachgeholfen werden muss. Es ist entscheidend, dass der Augenarzt die Ursachen für die Fehlsichtigkeit oder Sehschwankungen sorgfältig untersucht. Mögliche Gründe für eine Nachkorrektur können sein:
- Restfehlsichtigkeit: Wenn nach der ersten Behandlung noch eine geringe Fehlsichtigkeit vorhanden ist.
- Regression: Eine leichte Rückkehr des ursprünglichen Sehfehlers.
- Unregelmäßige Heilung: In seltenen Fällen kann sich die Hornhaut unregelmäßig heilen, was die Sehqualität beeinträchtigt.
Zudem müssen altersbedingte Veränderungen wie Presbyopie (Alterssichtigkeit) oder Grauer Star berücksichtigt werden. Diese können das Sehvermögen unabhängig von der Hornhaut beeinflussen und sind oft nicht für eine Nachkorrektur geeignet. In solchen Fällen könnte eine andere Behandlung, wie der Linsentausch, sinnvoller sein.
Voraussetzungen für eine Nachkorrektur
Bevor eine Nachkorrektur durchgeführt wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um sicherzustellen, dass der Eingriff sicher und effektiv ist:
- Ausreichender Hornhautrest: Es muss genug Hornhautgewebe vorhanden sein, um die Stabilität der Hornhaut nach der Behandlung zu gewährleisten. Eine zu geringe Hornhautdicke könnte das Risiko von Komplikationen erhöhen.
- Stabile Refraktion: Die Fehlsichtigkeit sollte stabil sein, sodass keine weiteren Schwankungen mehr zu erwarten sind.
- Keine aktiven Entzündungen: Es darf keine aktive Entzündung im Auge vorliegen, da dies den Heilungsprozess stören könnte.
- Unauffällige Hornhauttopographie: Die Hornhaut muss gesund sein, ohne signifikante Unregelmäßigkeiten.
- Kontrollierter Tränenfilm: Ein stabiler Tränenfilm ist wichtig, da trockene Augen den Heilungsprozess negativ beeinflussen können.
Ist der Hornhautrest grenzwertig und der Sehfehler nur gering, kann es auch sinnvoll sein, auf eine Nachkorrektur zu verzichten. Der behandelnde Augenarzt wird individuell abwägen, ob der Eingriff notwendig ist.
Wie wird die Nachkorrektur durchgeführt?
Je nach der ursprünglichen Methode der Augenlaserbehandlung wird die Nachkorrektur unterschiedlich durchgeführt. Die gängigsten Verfahren sind:
Nachkorrektur bei Femto LASIK
Bei einem Femto LASIK-Eingriff gibt es zwei Optionen für eine Nachkorrektur:
- Flap Lift: Wenn es medizinisch sinnvoll ist, hebt der Chirurg den Flap erneut an und bearbeitet das darunterliegende Gewebe mit dem Excimerlaser. Nach der Korrektur wird der Flap wieder in seine ursprüngliche Position gesetzt.
- Oberflächenbehandlung (PRK): Wenn ein Flap Lift nicht möglich oder nicht sinnvoll ist, kommt oft eine Oberflächenbehandlung wie PRK zum Einsatz. Hierbei wird das Epithel entfernt, und das darunterliegende Gewebe wird mit dem Excimerlaser weiter bearbeitet.
Nachkorrektur bei PRK
Die Nachkorrektur nach PRK wird ebenfalls in der Regel mit einer weiteren PRK durchgeführt. Dabei wird das Epithel erneut entfernt und die Hornhaut mit dem Excimerlaser geformt.
Nachkorrektur bei ReLEx SMILE PRO
Bei der ReLEx SMILE PRO-Methode wird häufig eine Oberflächenbehandlung wie PRK verwendet. Hierbei wird das Epithel entfernt und das oberflächennahe Gewebe mit dem Excimerlaser korrigiert. In seltenen Fällen kann eine Umstellung auf eine Flap-basierte Technik wie LASIK in Erwägung gezogen werden.
Ist eine Nachkorrektur sicher?
Ja, Nachkorrekturen sind bei der richtigen Patientenauswahl in der Regel sicher. Der Chirurg wird sorgfältig prüfen, ob die Hornhautreserve ausreicht und ob der Eingriff medizinisch sinnvoll ist. Wenn nach der Operation weiterhin eine Brille oder Kontaktlinsen erforderlich sind oder das Sehvermögen als unzureichend empfunden wird, kann eine Nachuntersuchung klären, ob eine Nachkorrektur sinnvoll ist.
Fazit
Die Nachkorrektur beim Augenlasern ist ein zusätzlicher Eingriff, der durchgeführt wird, wenn das Sehvermögen nach der ersten Behandlung nicht vollständig korrigiert wurde. Es ist wichtig, den richtigen Zeitpunkt abzuwarten, bis die Sehstärke stabilisiert ist. Der behandelnde Augenarzt prüft, ob eine Nachbehandlung sinnvoll ist und ob die Voraussetzungen erfüllt sind. Eine korrekte Auswahl des Verfahrens und die individuelle Abstimmung auf den Patienten sind entscheidend für den Erfolg der Nachkorrektur.
FAQ – Häufige Fragen zur Nachkorrektur Augenlasern
Wann ist eine Nachkorrektur beim Augenlasern notwendig?
Eine Nachkorrektur ist nötig, wenn nach der ersten Behandlung noch Fehlsichtigkeit besteht oder sich die Sehstärke verändert hat, und wenn der Heilungsprozess abgeschlossen und stabilisiert ist.
Was passiert, wenn nach der Augenlaserbehandlung keine Nachkorrektur erfolgt?
Wenn keine Nachkorrektur durchgeführt wird, bleibt die Fehlsichtigkeit möglicherweise bestehen, und der Patient muss weiterhin eine Brille oder Kontaktlinsen tragen.
Ist die Nachkorrektur beim Augenlasern riskant?
Nachkorrekturen sind in der Regel sicher, vorausgesetzt, die Hornhautreserve ist ausreichend und keine Komplikationen wie Entzündungen bestehen.
