Beim Augenlasern wird die Hornhaut des Auges präzise modelliert, um Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung zu korrigieren. Welche Laserverfahren dabei zum Einsatz kommen und wie sie sich unterscheiden, erfahren Sie hier.

Was beim Augenlasern tatsächlich behandelt wird
Beim Augenlasern wird die Hornhaut des Auges modelliert. Die Hornhaut ist die klare, vordere Struktur des Auges; sie bedeckt Iris und Pupille und erfüllt zwei wesentliche Aufgaben: Schutz und Lichtbrechung. Für die Laserbehandlung ist die Lichtbrechung entscheidend.
Fehlsichtigkeit entsteht in der Regel durch die Form oder Länge des Auges. Ein zu langes Auge verursacht Kurzsichtigkeit (Myopie), ein zu kurzes Auge Weitsichtigkeit (Hyperopie). Eine unregelmäßig geformte Hornhaut führt zu Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). In allen drei Fällen wird das Licht nicht korrekt auf die Netzhaut fokussiert: Es trifft entweder davor, dahinter oder in keinem scharfen Punkt auf die Netzhaut.
Durch die gezielte Modellierung der Hornhaut verändert der Laser ihre Krümmung so, dass einfallendes Licht wieder scharf auf der Netzhaut gebündelt wird.
Warum die Hornhautdicke eine Grenze setzt
Die Hornhaut ist häufig der begrenzende Faktor einer Augenlaserbehandlung. Da bei der Behandlung Hornhautgewebe abgetragen oder im Hornhautinneren präpariert wird, muss vorab ein ausreichender Hornhautrest kalkuliert werden. Wird zu viel Gewebe entfernt, ist die biomechanische Stabilität der Hornhaut gefährdet. Die mögliche Folge ist eine fortschreitende Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut, die als Ektasie bezeichnet wird.
Ektasie ähnelt dem Krankheitsbild des Keratokonus, bei dem die Hornhaut sich kegelförmig ausdünnt und vorwölbt. Beide Zustände können zu einem erheblichen Verlust der Sehkraft führen. Eine sorgfältige Voruntersuchung schützt vor diesem Risiko.
Excimer- und Femtosekundenlaser: Zwei Werkzeuge, eine Aufgabe
Je nach Verfahren kommen ein oder zwei verschiedene Lasertypen zum Einsatz:
- Femtosekundenlaser: Erzeugt sehr präzise Schnitte oder Gewebeschichten in der Hornhaut, zum Beispiel einen Flap oder ein Lentikel.
- Excimerlaser: Trägt Hornhautgewebe ab und modelliert die Hornhaut zur gewünschten Korrektur.
Welche Laser genutzt werden, hängt von der gewählten Methode ab.
ReLEx SMILE PRO
Laser
Femtosekundenlaser
Flap
Kein Flap
Besonderheit
Lentikelentnahme über kleine Inzision
Femto-LASIK
Laser
Femtosekunden- und Excimerlaser
Flap
Flap wird erzeugt
Besonderheit
Flap heilt ohne Nähte
PRK
Laser
Excimerlaser
Flap
Kein Flap
Besonderheit
Geringste Hornhautdicke erforderlich
- 01
Femtosekundenlaser
Der Femtosekundenlaser erzeugt einen dünnen Gewebelappen (Flap) in der Hornhaut.
- 02
Flap öffnen
Der Flap wird zurückgeklappt, um das darunter liegende Hornhautgewebe freizulegen.
- 03
Excimerlaser
Der Excimerlaser trägt das zur Fehlsichtigkeitskorrektur nötige Gewebe präzise ab.
- 04
Flap zurücklegen
Der Flap wird in seine ursprüngliche Position zurückgelegt und heilt als natürliches Pflaster ohne Nähte ab.
Die drei Augenlaser-Methoden im Vergleich
ReLEx SMILE PRO: gewebeschonend und ohne Flap
ReLEx SMILE PRO ist die neueste Methode der refraktiven Lasertherapie. Ein Femtosekundenlaser präpariert ein kleines Gewebestück im Hornhautinneren, den sogenannten Lentikel. Dieser Lentikel wird über eine kleine Inzision entfernt. Da kein Flap erzeugt wird, gilt das Verfahren als besonders gewebeschonend und unterstützt eine schnelle Heilung.
Femto-LASIK: etabliertes Standardverfahren
Femto-LASIK zählt zu den am häufigsten durchgeführten Augenlaserbehandlungen. Schritt 1: Ein Femtosekundenlaser erzeugt einen dünnen Gewebelappen, den Flap. Schritt 2: Der Flap wird zurückgeklappt, um das darunter liegende Hornhautgewebe freizulegen. Schritt 3: Ein Excimerlaser trägt das zur Korrektur nötige Gewebe ab. Schritt 4: Der Flap wird zurückgeklappt und heilt als natürliches Pflaster ohne Nähte ab.
PRK: ältestes Verfahren mit bewährtem Profil
Die PRK ist die am längsten etablierte Augenlaserbehandlung und besitzt auch heute ihren Stellenwert. PRK vs. Femto-LASIK: Die PRK kommt mit einer geringeren Hornhautdicke aus, da kein Flap erzeugt wird. Das Epithel, die oberste Hornhautschicht, wird mit einer Lösung aufgeweicht und abgetragen. Anschließend modelliert ein Excimerlaser das darunterliegende Gewebe. Das Epithel wächst in den ersten Tagen nach; die Sehschärfe stabilisiert sich danach schrittweise.
Die Heilung ist bei der PRK in der Regel mit stärkeren Beschwerden verbunden als bei Femto-LASIK oder ReLEx SMILE PRO. Ein wesentlicher Vorteil: Es existiert kein Flap, sodass flapbezogene Komplikationen wie ein Flapversatz ausgeschlossen sind. Das macht PRK besonders geeignet für Berufsgruppen mit erhöhtem körperlichen Kontaktrisiko, zum Beispiel Feuerwehrleute oder Polizisten.
Methoden im Vergleich
Welches Verfahren passt zu Ihnen?
Welches Verfahren passt zu Ihnen?
Die Wahl der passenden Methode hängt von mehreren Faktoren ab: Hornhautdicke, Ausmaß der Fehlsichtigkeit und individuelle Voraussetzungen. Hornhautdicke und persönliche Präferenz sind wichtige, aber nicht allein entscheidende Kriterien. In einer umfassenden Voruntersuchung untersuchen die Augenlaserspezialisten bei Lasermed Ihre Augen und empfehlen Ihnen gemeinsam die geeignete Methode.
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Häufige Fragen
Was wird beim Augenlasern behandelt?
Beim Augenlasern wird die Hornhaut des Auges modelliert. Durch die Veränderung ihrer Krümmung kann einfallendes Licht wieder korrekt auf die Netzhaut fokussiert werden, was Fehlsichtigkeiten wie Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Hornhautverkrümmung korrigiert.
Welche Lasertypen werden beim Augenlasern eingesetzt?
Je nach Verfahren kommen ein Femtosekundenlaser und/oder ein Excimerlaser zum Einsatz. Der Femtosekundenlaser erzeugt präzise Schnitte in der Hornhaut, der Excimerlaser trägt Gewebe ab und formt die Hornhaut zur gewünschten Korrektur.
Welche Augenlaser-Methoden gibt es?
Es gibt drei etablierte Verfahren: ReLEx SMILE PRO (neueste Methode, kein Flap, Lentikelentnahme), Femto-LASIK (Flap-Verfahren mit Excimerlaser) und PRK (älteste Methode, ohne Flap, geringere Hornhautdicke erforderlich). Welche Methode geeignet ist, klärt eine Voruntersuchung.
Was ist ein Flap beim Augenlasern?
Ein Flap ist ein dünner Gewebelappen der Hornhaut, der bei der Femto-LASIK mit einem Femtosekundenlaser erzeugt wird. Er wird zurückgeklappt, um das darunter liegende Gewebe mit dem Excimerlaser zu behandeln, und anschließend wieder in seine ursprüngliche Position zurückgelegt.
Warum ist die Hornhautdicke für das Augenlasern wichtig?
Weil bei der Behandlung Hornhautgewebe abgetragen oder präpariert wird, muss ein ausreichend dicker Hornhautrest verbleiben. Ist der Restbetrag zu gering, kann die biomechanische Stabilität der Hornhaut gefährdet sein, was im schlimmsten Fall zu einer Ektasie führen kann.
Für wen ist die PRK-Methode besonders geeignet?
Die PRK eignet sich insbesondere für Personen mit geringerer Hornhautdicke sowie für Berufsgruppen mit erhöhtem körperlichen Kontaktrisiko, zum Beispiel Feuerwehrleute oder Polizisten, da bei PRK kein Flap vorhanden ist und damit flapbezogene Komplikationen ausscheiden.
Wie läuft eine Voruntersuchung vor dem Augenlasern ab?
In der Voruntersuchung werden Ihre Augen umfassend untersucht, unter anderem wird die Hornhautdicke gemessen. Auf Basis der Ergebnisse empfehlen die Augenlaserspezialisten die für Sie geeignete Methode. Bei Lasermed ist die Voruntersuchung kostenlos.
