Dioptrien-Werte verstehen: Tabelle, Schweregrade und Lasereignung

Aug. 5, 2026

Auf jedem Brillenpass tauchen sie auf: Dioptrien-Werte. Sie zeigen, wie stark eine Fehlsichtigkeit ausgeprägt ist und welche Korrektur nötig sein kann. Ob sich die Augen lasern lassen, entscheidet jedoch nicht allein die Zahl im Brillenpass. Ebenso wichtig sind Hornhautdicke, Hornhautform, stabile Sehstärke und die allgemeine Augengesundheit.


Brillenpass mit eingetragenen Dioptrienwerten neben einer Brille

Was ist eine Dioptrie?

Die Dioptrie (dpt) ist die Maßeinheit für die Brechkraft einer Linse. Dioptrien-Werte geben an, wie stark ein Sehfehler korrigiert werden muss. Ein Minuszeichen steht für Kurzsichtigkeit (Myopie), ein Pluszeichen für Weitsichtigkeit (Hyperopie). Je weiter der Wert von null entfernt liegt, desto ausgeprägter ist die Fehlsichtigkeit: Ein Wert von -1,0 dpt entspricht leichter Kurzsichtigkeit, -6,0 dpt einer deutlich stärkeren.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Leicht

0 bis -3 dpt

Mittel

-3 bis -6 dpt

Stark / Hoch

über -6 dpt

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Leicht

0 bis +2 dpt

Mittel

+2 bis +4 dpt

Stark / Hoch

über +4 dpt

Astigmatismus

Leicht

bis 1 dpt

Mittel

1 bis 2 dpt

Stark

über 2 dpt

Dioptrien-Werte in der Übersicht: Tabelle nach Schweregraden

Die folgende Tabelle ordnet Dioptrien-Werte grob in Schweregrade ein. Die genauen Grenzen können je nach Quelle leicht abweichen. Für die Behandlungsplanung zählen immer die individuell gemessenen Werte.

  • Kurzsichtigkeit (Myopie) 0 bis -3 dpt: leicht
  • Kurzsichtigkeit (Myopie) -3 bis -6 dpt: mittel
  • Kurzsichtigkeit (Myopie) über -6 dpt: stark / hoch
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie) 0 bis +2 dpt: leicht
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie) +2 bis +4 dpt: mittel
  • Weitsichtigkeit (Hyperopie) über +4 dpt: stark / hoch
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis 1 dpt: leicht
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) 1 bis 2 dpt: mittel
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) über 2 dpt: stark

Welche Dioptrien-Werte lassen sich lasern?

Als Orientierung gilt: Kurzsichtigkeit bis etwa -10 dpt, Weitsichtigkeit bis rund +4 dpt und Hornhautverkrümmung bis circa 5 dpt sind häufig per Laser korrigierbar. Diese Werte sind Richtgrößen, keine festen Zusagen.

Ob eine Laserbehandlung möglich ist, hängt nicht allein von den Dioptrien ab. Hornhautdicke, Augengesundheit und weitere individuelle Faktoren spielen eine ebenso wichtige Rolle. Grundsätzlich gilt: Je höher die Korrektur, desto mehr Hornhautgewebe muss abgetragen werden. Ab einem gewissen Punkt können linsenbasierte Verfahren wie die ICL (implantierbare Kontaktlinse) die geeignetere Wahl sein. Die tatsächlichen Möglichkeiten klärt eine gründliche Voruntersuchung.

Warum die Dioptrienzahl allein nicht entscheidet

Zwei Menschen mit identischen Dioptrien-Werten können unterschiedlich gut für eine bestimmte Methode geeignet sein. Eine dünne Hornhaut, trockene Augen oder anatomische Besonderheiten verschieben die Möglichkeiten erheblich. Auch das Alter, der Beruf und die persönlichen Sehanforderungen beeinflussen die Methodenwahl. Vor einer refraktiven Behandlung sollte die Sehstärke stabil sein. Die FDA nennt eine stabile Refraktion als wichtigen Punkt bei der Beurteilung der Eignung. Ein Brillenpass allein reicht deshalb nicht aus, um zu beurteilen, welches Verfahren infrage kommt. Er ist ein Baustein von mehreren.

Dioptrien und Sehschärfe: zwei verschiedene Größen

Die Dioptrien-Werte beschreiben die nötige Korrektur. Die Sehschärfe (Visus) zeigt, wie gut jemand tatsächlich sieht. Zwei Menschen mit -2,0 dpt können unterschiedlich scharf sehen, weil Netzhaut, Augenlinse und die Verarbeitung im Gehirn ebenfalls mitspielen. Der Visus wird als Bruch oder Prozentwert angegeben, etwa 100 %, wenn jemand die Normzeile im Sehtest liest. Für die Planung einer Laserbehandlung sind beide Angaben zusammen mit den Messwerten der Hornhaut relevant.

  1. 01

    Objektive Messung

    Ein Autorefraktometer misst den Dioptrien-Wert automatisch und ohne aktive Mitwirkung.

  2. 02

    Subjektiver Sehtest

    Im Sehtest vergleichen Sie verschiedene Gläser, bis die schärfste Wahrnehmung erreicht ist.

  3. 03

    Erweiterte Voruntersuchung

    Vor einer Laserbehandlung werden zusätzlich Hornhautdicke und Hornhautform vermessen.

Wie wird der Dioptrien-Wert gemessen?

Dioptrien-Werte werden beim Optiker oder in der augenärztlichen Praxis ermittelt. Die Messung erfolgt auf zwei Wegen:

  • Objektiv: Ein Messgerät (Autorefraktometer) bestimmt den Wert automatisch.
  • Subjektiv: Im Sehtest vergleichen Sie verschiedene Gläser, bis die schärfste Wahrnehmung erreicht ist.

Vor dem Augenlasern reicht dieser klassische Sehtest nicht aus. Zusätzlich werden Hornhautdicke, Hornhautoberfläche, Pupillengröße und weitere Strukturen des Auges vermessen. Kontaktlinsen müssen vor der Untersuchung je nach Linsentyp pausiert werden, weil sie die Form der Hornhaut vorübergehend verändern und dadurch die Messergebnisse beeinflussen können.

Laserbehandlung bei Fehlsichtigkeit: Beratung bei Lasermed

Bei Lasermed werden Dioptrien-Werte nie isoliert betrachtet. Die ausführliche Voruntersuchung zeigt, ob beispielsweise PRK, Femto-LASIK, ReLEx SMILE PRO oder eine Linsenbehandlung medizinisch geeignet ist. Der Brillenpass liefert einen ersten Anhaltspunkt. Eine verlässliche Aussage zur Lasereignung ist erst nach der vollständigen Diagnostik möglich. Vereinbaren Sie eine Beratung, um Ihre individuellen Werte und geeigneten Behandlungsmöglichkeiten prüfen zu lassen.

Teaser – Lasermed in Ihrer Nähe

Lasermed in Ihrer Nähe:
Berlin, Hamburg & Leipzig

8 Augenlaser‑Zentren in Berlin, dazu Hamburg und Leipzig.
Modernste Technik und erfahrene Fachärzte vor Ort.

Häufige Fragen

Ab welchem Wert gilt Kurzsichtigkeit als stark?

Als starke oder hohe Kurzsichtigkeit gelten üblicherweise Werte über -6 dpt. Bis etwa -3 dpt spricht man von leichter Myopie, dazwischen von mittlerer Kurzsichtigkeit.

Sind Minus- oder Plus-Werte bei den Dioptrien schlimmer?

Weder noch: Das Vorzeichen gibt nur die Art der Fehlsichtigkeit an. Ein Minuswert steht für Kurzsichtigkeit, ein Pluswert für Weitsichtigkeit. Entscheidend für die Einordnung ist der Betrag, nicht das Vorzeichen.

Kann sich der Dioptrien-Wert im Laufe der Zeit verändern?

Ja, gerade in jungen Jahren kann sich die Sehstärke noch verändern. Für eine Laserbehandlung sollte der Wert deshalb über einen längeren Zeitraum stabil sein.

Was bedeutet ein Wert von -0,75 dpt?

-0,75 dpt steht für eine sehr leichte Kurzsichtigkeit. Viele Betroffene sehen damit in der Ferne nur leicht unscharf und benötigen die Korrektur vor allem beim Autofahren oder beim Erkennen von Schildern.

Was ist der Unterschied zwischen Dioptrien und Sehschärfe (Visus)?

Dioptrien-Werte beschreiben, wie stark ein Sehfehler korrigiert werden muss. Der Visus zeigt, wie gut jemand tatsächlich sieht. Beide Werte zusammen sind für die Planung einer Laserbehandlung relevant.

Bis zu welchen Dioptrien-Werten ist eine Laserbehandlung möglich?

Als Orientierung gilt: Kurzsichtigkeit bis etwa -10 dpt, Weitsichtigkeit bis rund +4 dpt und Hornhautverkrümmung bis circa 5 dpt sind häufig per Laser korrigierbar. Ob eine Behandlung möglich ist, klärt eine individuelle Voruntersuchung.