Fehlsichtige haben heute zwei bewährte Wege zur Korrektur: die implantierbare ICL oder Augenlasern. Welche Methode für Sie in Frage kommt, hängt von Ihrer Hornhautdicke, Ihren Dioptrienwerten und weiteren medizinischen Faktoren ab.

Gleiche Ziel, unterschiedliche Ansätze
Beide Verfahren korrigieren Fehlsichtigkeit dauerhaft und ermöglichen ein Leben ohne Brille oder Kontaktlinsen. Der entscheidende Unterschied liegt im Eingriff selbst: Das Augenlasern formt die Hornhaut durch Gewebeabtrag um. Die ICL setzt eine hauchdünne Speziallinse hinter die Iris, vor die körpereigene Linse. Hornhaut und natürliche Augenlinse bleiben dabei vollständig erhalten.
Dieser Grundunterschied beeinflusst Eignung, Umkehrbarkeit und Kosten beider Methoden. Eine kurze Einordnung: Augenlasern ist bei moderater Fehlsichtigkeit und ausreichender Hornhautdicke häufig die naheliegende Wahl. Die ICL eignet sich besonders bei hohen Dioptrienwerten, dünner Hornhaut oder stark trockenen Augen.
Grundlagen: Wie funktionieren die beiden Verfahren?
Augenlasern
Beim Augenlasern verändert ein Laser die Krümmung der Hornhaut dauerhaft. Etablierte Verfahren sind ReLEx SMILE, Femto-LASIK und PRK. Da Hornhautgewebe abgetragen wird, ist der Eingriff endgültig und nicht umkehrbar. Für viele Menschen mit leichter bis mittlerer Kurzsichtigkeit und gesunder, ausreichend dicker Hornhaut gilt Augenlasern als bewährter Weg.
ICL (Implantierbare Kontaktlinse)
Die ICL ist eine implantierbare Kontaktlinse, die ins Augeninnere eingesetzt wird. Die Linse wird individuell gefertigt und hinter der Iris platziert. Da kein Gewebe entfernt wird, lässt sich die ICL prinzipiell wieder entfernen oder austauschen, was das Verfahren in gewissem Sinne umkehrbar macht.
Wann die ICL im Vorteil ist
Die ICL kommt besonders dann in Betracht, wenn das Augenlasern an seine Grenzen stößt. Drei typische Situationen:
- Hohe Dioptrienwerte: Die ICL korrigiert auch Fehlsichtigkeiten, die für eine Laserbehandlung zu stark sind.
- Dünne oder unregelmäßige Hornhaut: Steht zu wenig Gewebe für einen Laserabtrag zur Verfügung, bleibt die Hornhaut mit der ICL unangetastet.
- Stark trockene Augen: Augen, die auf eine Laserbehandlung empfindlich reagieren könnten, vertragen die ICL oft besser.
Die ICL erweitert damit den Kreis der behandelbaren Patientinnen und Patienten gezielt dort, wo das Augenlasern keine geeignete Option mehr darstellt.
Wann Augenlasern die naheliegende Wahl ist
Für Menschen mit leichter bis mittlerer Kurzsichtigkeit, ausreichender Hornhautdicke und gesunden Augen ist das Augenlasern ein gut etabliertes Verfahren. Verfahren wie ReLEx SMILE, Femto-LASIK und PRK sind seit Jahren erprobt. Die Heilung verläuft in der Regel zügig, und der Eingriff kommt ohne einen dauerhaften Fremdkörper im Auge aus. Wer die Voraussetzungen erfüllt, profitiert von einem gut planbaren Ablauf.
ICL
Eingriff
Linse ins Augeninnere einsetzen
Umkehrbarkeit
Grundsätzlich entfernbar
Eignung bei hohen Dioptrien
Ja
Kosten
Häufig höher
Augenlasern
Eingriff
Hornhaut mit Laser formen
Umkehrbarkeit
Endgültig
Eignung bei hohen Dioptrien
Nur bis bestimmten Grenzen
Kosten
In der Regel niedriger
ICL vs. Augenlasern: Die vier wichtigsten Unterschiede
- Umkehrbarkeit: Die ICL ist grundsätzlich entfernbar; das Augenlasern ist endgültig, weil Hornhautgewebe abgetragen wird.
- Eignung bei starker Fehlsichtigkeit: Die ICL bleibt auch bei hohen Dioptrienwerten eine Option; das Augenlasern ist nur bis zu bestimmten Dioptrien-Grenzen sinnvoll.
- Art des Eingriffs: Bei der ICL wird eine Linse ins Augeninnere eingesetzt; beim Augenlasern wird die Hornhautoberfläche mit dem Laser geformt.
- Kosten: Linsenbasierte Verfahren wie die ICL werden individuell kalkuliert und liegen häufig über den Kosten einer Laserbehandlung. Verbindliche Preise ergeben sich erst nach der Voruntersuchung.
Heilung und Alltag nach dem Eingriff
Nach einer Laserbehandlung stellt sich die Sehschärfe je nach Verfahren oft rasch ein; das Auge stabilisiert sich in den folgenden Wochen weiter. Bei der ICL verbessert sich die Sehkraft nach dem Einsetzen der Linse meist schnell. In beiden Fällen gehören engmaschige Nachkontrollen zum Standard. Für einige Tage gelten bestimmte Verhaltensregeln: kein Reiben der Augen, kein Saunabesuch, kein Schwimmbad.
- 01
Voruntersuchung
Hornhautdicke, Dioptrienwerte, Augeninnendruck und Vorderkammertiefe werden gemessen.
- 02
Verfahrenswahl
Auf Basis der Messwerte wird entschieden, ob ICL, Augenlasern oder ein anderes Linsenverfahren geeignet ist.
- 03
Eingriff
Das gewählte Verfahren wird durchgeführt: Hornhautformung beim Lasern oder Linsenimplantation bei der ICL.
- 04
Nachkontrollen
Engmaschige Kontrollen sichern den Heilungsverlauf in beiden Fällen.
Welche Methode passt zu Ihnen?
Nicht der persönliche Wunsch, sondern die Biologie Ihrer Augen gibt vor, welches Verfahren medizinisch sinnvoll ist. Hornhautdicke, Dioptrienwerte, Augeninnendruck und Vorderkammertiefe sind die entscheidenden Parameter. Erst eine ausführliche Voruntersuchung zeigt, ob für Sie das Augenlasern, die ICL oder ein anderes Linsenverfahren die passende Option ist.
Bei Lasermed beraten wir Sie auf Grundlage dieser Messwerte individuell. Vereinbaren Sie ein unverbindliches Erstgespräch, um Ihre Möglichkeiten zu besprechen.
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Was ist der Hauptunterschied zwischen ICL und Augenlasern?
Beim Augenlasern wird die Hornhaut durch Gewebeabtrag dauerhaft umgeformt. Bei der ICL wird eine implantierbare Kontaktlinse hinter die Iris eingesetzt, ohne Hornhaut oder natürliche Augenlinse zu verändern.
Ist die ICL sicherer als Augenlasern?
Beide Verfahren gelten bei korrekter Indikation als sicher. Entscheidend ist nicht die Methode an sich, sondern ob das jeweilige Verfahren zu Ihren individuellen Augen passt.
Für wen eignet sich die ICL besonders?
Die ICL eignet sich besonders bei hohen Dioptrienwerten, dünner oder unregelmäßiger Hornhaut sowie stark trockenen Augen, bei denen eine Laserbehandlung keine geeignete Option ist.
Kann man nach einer ICL später noch lasern lassen?
Da die ICL die Hornhaut unangetastet lässt, bleiben spätere Optionen grundsätzlich offen. Was im Einzelfall möglich ist, hängt von Ihren Augenmaßen ab und sollte ärztlich geprüft werden.
Was kostet mehr: ICL oder Augenlasern?
In der Regel ist die ICL das kostenintensivere Verfahren, da die Speziallinse individuell gefertigt und implantiert wird. Verbindliche Preise für beide Verfahren ergeben sich erst nach der Voruntersuchung.
Ist die ICL umkehrbar?
Ja, die ICL lässt sich prinzipiell wieder entfernen oder austauschen. Das Augenlasern ist dagegen endgültig, weil dabei Hornhautgewebe abgetragen wird.
Wie schnell verbessert sich das Sehen nach dem Eingriff?
Nach einer Laserbehandlung stellt sich die Sehschärfe je nach Verfahren oft rasch ein und stabilisiert sich in den folgenden Wochen. Bei der ICL verbessert sich die Sehkraft nach dem Einsetzen der Linse ebenfalls meist zügig.







