Nicht jeder ist für eine Laserbehandlung am Auge geeignet. Implantierbare Kontaktlinsen (ICL) und der refraktive Linsentausch bieten bewährte Alternativen zum Augenlasern, die auch bei hoher Fehlsichtigkeit oder dünner Hornhaut infrage kommen können.

Wann ist Augenlasern nicht möglich?
Augenlasern, zum Beispiel mit dem LASIK-Verfahren, korrigiert die Sehstärke, indem die Hornhaut neu geformt wird. Voraussetzung ist eine ausreichend dicke und gesunde Hornhaut. Fehlen diese Voraussetzungen, scheidet eine Laserbehandlung aus. Es gibt fünf häufige Gründe, warum Augenlasern nicht möglich ist:
- Zu dünne Hornhaut: Für die Modellierung des Hornhautgewebes muss genügend Substanz vorhanden sein, damit die Stabilität des Auges erhalten bleibt.
- Sehr hohe Fehlsichtigkeit: Extreme Dioptrienwerte übersteigen in der Regel die korrigierbaren Grenzen einer Laserbehandlung.
- Hornhauterkrankungen: Veränderungen wie Keratokonus, eine Verformung der Hornhaut, schließen eine Laserbehandlung aus.
- Bestimmte Augenerkrankungen: Ein fortgeschrittener Grauer Star oder Netzhauterkrankungen machen einen Laser-Eingriff ungeeignet.
- Altersweitsichtigkeit (Presbyopie): Ab einem bestimmten Alter sind Linsenverfahren häufig die bessere Wahl als eine Laserbehandlung.
Liegt einer dieser Gründe vor, kann eine der beiden bewährten Alternativen zum Augenlasern infrage kommen: die Implantation einer Zusatzlinse (ICL) oder der refraktive Linsentausch (IOL).
ICL: Implantierbare Kontaktlinse als Zusatzlinse
Die implantierbare Kontaktlinse, kurz ICL, ist eine hauchdünne, flexible Kunstlinse, die hinter der Iris vor der körpereigenen Linse platziert wird. Die natürliche Linse bleibt dabei vollständig erhalten. Da kein Hornhautgewebe abgetragen wird, eignet sich die ICL besonders für Personen mit zu dünner Hornhaut oder sehr hoher Fehlsichtigkeit.
ICL korrigiert Fehlsichtigkeiten in diesen Bereichen:
- Kurzsichtigkeit bis -20 Dioptrien
- Weitsichtigkeit bis +10 Dioptrien
- Hornhautverkrümmung bis 6 Dioptrien
Solche Werte liegen außerhalb der Möglichkeiten einer Laserbehandlung. Ein weiterer zentraler Vorteil der ICL-Methode ist ihre Reversibilität: Die eingesetzte Kunstlinse kann bei Bedarf wieder entfernt oder ausgetauscht werden.
ICL (Zusatzlinse)
Zielgruppe
Jüngere Patienten mit hoher Fehlsichtigkeit oder dünner Hornhaut
Hornhaut
Bleibt unangetastet
Reversibel
Ja, Linse kann entfernt werden
Korrekturbereich
Bis -20 / +10 dpt, 6 dpt Astigmatismus
Refraktiver Linsentausch (IOL)
Zielgruppe
Ab 60 Jahren, Altersweitsichtigkeit
Hornhaut
Bleibt unangetastet
Reversibel
Nein, eigene Linse wird ersetzt
Zusatznutzen
Beugt Grauem Star vor
Refraktiver Linsentausch (IOL): Die Alternative ab 60
Der refraktive Linsentausch ersetzt die körpereigene Linse durch eine künstliche Intraokularlinse (IOL). Die Hornhaut bleibt dabei unangetastet. Dieses Verfahren eignet sich besonders für Personen ab 60 Jahren und bei Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Ein zusätzlicher Vorteil: Mit dem Entfernen der natürlichen Linse wird der Entwicklung eines Grauen Stars dauerhaft vorgebeugt.
Je nach individuellem Bedarf stehen zwei Linsentypen zur Verfügung:
- Multifokale Linsen (MFL): Mehrere Brennpunkte ermöglichen scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen, sodass in vielen Fällen keine Brille mehr benötigt wird.
- EDOF-Linsen (Extended Depth of Focus): Diese Linsen erweitern die Tiefenschärfe und bieten einen fließenden Übergang zwischen Nah- und Fernsicht. Zudem verringern sie das Risiko von Lichthöfen und Blendungen bei Nacht.
ICL vs. Linsentausch: Welches Verfahren passt?
Beide Verfahren sind bewährte Alternativen zum Augenlasern und können bei geeigneten Voraussetzungen zu klarem Sehen ohne Brille beitragen. Die Wahl des geeigneten Verfahrens hängt von individuellen Faktoren ab.
- ICL eignet sich vor allem für jüngere Patientinnen und Patienten mit hoher Fehlsichtigkeit oder dünner Hornhaut, bei denen die natürliche Linse noch intakt und funktionsfähig ist.
- Refraktiver Linsentausch eignet sich vor allem ab 60 Jahren oder bei Altersweitsichtigkeit, wenn die körpereigene Linse ohnehin an Leistung verliert.
Welche Methode im Einzelfall geeignet ist, klärt eine ausführliche augenärztliche Voruntersuchung, bei der Fehlsichtigkeitswerte, Hornhautbeschaffenheit und der allgemeine Augenstatus bewertet werden.
- 01
Voruntersuchung
Hornhautdicke, Augendruck und Linsengeometrie werden ausführlich gemessen und bewertet.
- 02
Verfahrenswahl
Auf Basis der Untersuchungsergebnisse wird gemeinsam mit dem Arzt das geeignete Verfahren (ICL oder Linsentausch) festgelegt.
- 03
Eingriff
Die gewählte Kunstlinse wird eingesetzt, ohne die Hornhaut zu verändern.
- 04
Nachsorge
Regelmäßige Kontrolltermine begleiten den Heilungsverlauf nach dem Eingriff.
Praktische Hinweise zur Vorbereitung und Nachsorge
Vor einem Linseneingriff steht in beiden Fällen eine gründliche Voruntersuchung. Dabei werden unter anderem die Hornhautdicke, der Augendruck und die Linsengeometrie gemessen. Nach der Behandlung sind regelmäßige Kontrolltermine wichtig, um den Heilungsverlauf zu begleiten. Konkrete Verhaltensempfehlungen nach dem Eingriff, zum Beispiel zu Sportpausen oder der Nutzung von Augentropfen, erhalten Sie individuell von Ihrer behandelnden Augenärztin oder Ihrem behandelnden Augenarzt.
Lasermed: Beratung zu Alternativen zum Augenlasern
Lasermed bietet refraktive Augenmedizin in Berlin, Hamburg und Leipzig an. Wenn eine Laserbehandlung für Sie nicht infrage kommt, prüfen unsere Spezialisten in einem ausführlichen Beratungsgespräch, ob ICL oder ein Linsentausch geeignet sein kann. Auf Basis einer umfassenden Untersuchung erhalten Sie ein individuelles Behandlungskonzept.
Vereinbaren Sie jetzt einen unverbindlichen Beratungstermin und klären Sie, welche Option für Ihre Augen geeignet sein könnte.
Häufige Fragen
Für wen sind Alternativen zum Augenlasern geeignet?
Alternativen wie ICL oder Linsentausch kommen infrage, wenn eine Laserbehandlung nicht möglich ist, zum Beispiel bei zu dünner Hornhaut, sehr hoher Fehlsichtigkeit, Hornhauterkrankungen oder Altersweitsichtigkeit. Welches Verfahren passt, klärt eine augenärztliche Untersuchung.
Was ist der Unterschied zwischen ICL und Augenlasern?
Beim Augenlasern wird Hornhautgewebe abgetragen, um die Sehstärke zu korrigieren. Bei der ICL wird stattdessen eine zusätzliche Kunstlinse ins Auge eingesetzt, ohne die Hornhaut zu verändern. Die ICL ist zudem reversibel, da die Linse bei Bedarf wieder entfernt werden kann.
Bis zu welcher Fehlsichtigkeit kann die ICL eingesetzt werden?
Die ICL kann Kurzsichtigkeit bis -20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +10 Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis 6 Dioptrien korrigieren. Solche Werte liegen in der Regel außerhalb der Möglichkeiten einer Laserbehandlung.
Ist die ICL-Behandlung rückgängig zu machen?
Ja, die ICL-Behandlung ist reversibel. Die eingesetzte Kunstlinse kann bei Bedarf wieder entfernt oder ausgetauscht werden, da die körpereigene Linse erhalten bleibt.
Für wen ist der refraktive Linsentausch geeignet?
Der refraktive Linsentausch eignet sich besonders für Personen ab 60 Jahren und bei Altersweitsichtigkeit (Presbyopie). Ein Vorteil: Mit dem Eingriff wird der Entwicklung eines Grauen Stars dauerhaft vorgebeugt.
Was ist der Unterschied zwischen multifokalen Linsen und EDOF-Linsen?
Multifokale Linsen haben mehrere Brennpunkte und ermöglichen scharfes Sehen in verschiedenen Entfernungen. EDOF-Linsen erweitern die Tiefenschärfe fließend und können das Risiko von Lichthöfen und Blendungen bei Nacht verringern.
Wo bietet Lasermed Beratung zu Linsenverfahren an?
Lasermed berät zu ICL und Linsentausch an den Standorten Berlin, Hamburg und Leipzig. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin, um Ihre persönlichen Voraussetzungen prüfen zu lassen.
