Bindehautentzündung durch Kontaktlinsen: Ursachen, Behandlung und Alternativen

Juni 2, 2025

Kontaktlinsen erleichtern den Alltag, können aber die Bindehaut reizen und eine Entzündung begünstigen. Dieser Ratgeber erklärt, wie eine kontaktlinsenbedingte Bindehautentzündung entsteht, was Sie sofort tun sollten und wann eine Alternative zur Kontaktlinse sinnvoll ist.


Kontaktlinsenträgerin reibt sich wegen einer Bindehautentzündung die gereizten Augen.

Kontaktlinsen und Bindehautentzündung: Wie hängt das zusammen?

Kontaktlinsen liegen direkt auf der Hornhaut auf und stören das empfindliche Gleichgewicht des Tränenfilms. Auf der Linsenoberfläche sammeln sich Proteine, Lipide und Umweltschmutz. Diese Ablagerungen reizen die Augenoberfläche und begünstigen eine kontaktlinsenbedingte Bindehautentzündung. Typische Frühzeichen sind Rötung, Juckreiz und Brennen. Wer diese Beschwerden bemerkt, sollte die Linsenpflege sofort überprüfen und eine Pause einlegen.

Was ist eine Bindehautentzündung?

Die Bindehaut ist eine dünne, transparente Schleimhaut, die die Innenseite des Augenlids auskleidet und den vorderen Augapfel bedeckt. Sie schützt das Auge vor Keimen und verteilt die Tränenflüssigkeit gleichmäßig. Wird die Bindehaut gereizt, weiten sich die feinen Blutgefäße, das Auge rötet sich und brennt oder juckt. Oft fließen zusätzlich vermehrt Tränen.

Medizinisch unterscheidet man folgende Formen:

  • Virale Bindehautentzündung: Häufig durch Adenoviren ausgelöst; begleitet oft Halsschmerzen oder Fieber. Das Auge ist stark gerötet und tränenreich. Diese Form ist besonders ansteckend.
  • Bakterielle Bindehautentzündung: Verursacht durch Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken. Typisch sind eitriger Ausfluss und verklebte Augenlider, besonders morgens. Antibiotische Augentropfen oder Salben beschleunigen die Heilung.
  • Allergische Bindehautentzündung: Ausgelöst durch Pollen, Tierhaare oder Hausstaub. Kennzeichen sind starkes Jucken, wässriger Ausfluss und beidseitige Rötung.
  • Irritative (reizbedingte) Bindehautentzündung: Fremdstoffe wie Chlor, Rauch oder Kosmetika reizen die Augen. Es entstehen Brennen und Fremdkörpergefühl, in der Regel ohne starken Ausfluss.

Risikofaktoren: Wann Kontaktlinsen eine Bindehautentzündung auslösen

Kontaktlinsenträger haben ein erhöhtes Risiko für Bindehautentzündungen. Diese fünf Faktoren begünstigen eine Entzündung besonders:

  • Ablagerungen auf der Linse: Unzureichende Reinigung lässt Proteine, Lipide und Schmutz auf der Linse haften. Diese Rückstände reizen die Augenoberfläche dauerhaft.
  • Zu lange Tragezeiten: Überschrittene Tragezeiten senken die Sauerstoffzufuhr ans Auge. Die Augen werden trocken und müde, Mikroverletzungen entstehen leichter.
  • Schlafen mit Kontaktlinsen: Nachts ist die Tränenproduktion niedrig. Linse und Bindehaut liegen eng aufeinander, Bakterien können sich ungehindert vermehren.
  • Konservierungsstoffe in Pflegemitteln: Viele Kontaktlinsenlösungen enthalten Konservierungsstoffe, die bei empfindlichen Augen Allergien oder chronische Reizungen auslösen können.
  • Unsachgemäße Handhabung: Schmutzige Finger beim Einsetzen verursachen winzige Kratzer auf Hornhaut oder Bindehaut, die Keimen als Eintrittspforte dienen.
  1. 01

    Linsen herausnehmen

    Bei Rötung oder Brennen die Kontaktlinsen sofort entfernen, um weitere Reizung zu vermeiden.

  2. 02

    Hände waschen

    Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife reinigen, bevor das Auge berührt wird.

  3. 03

    Kühle Kompresse anlegen

    Kühle, feuchte Umschläge auf den geschlossenen Lidern lindern Brennen und Schwellung.

  4. 04

    Augentropfen verwenden

    Konservierungsmittelfreie, sterile Augentropfen stabilisieren den Tränenfilm und mildern das Brennen.

  5. 05

    Augenarzt aufsuchen

    Bei anhaltendem oder starkem Ausfluss einen Augenarzt aufsuchen, der die Ursache bestimmt und die passende Therapie einleitet.

Akuter Entzündungsfall: Kontaktlinsen sofort herausnehmen

Sobald das Auge gerötet ist oder sich unangenehm anfühlt, sollten Sie die Kontaktlinsen sofort herausnehmen. Weiteres Tragen reizt die entzündete Bindehaut zusätzlich und verzögert die Heilung. Weiche Kontaktlinsen empfiehlt es sich nach einer Bindehautentzündung zu entsorgen, da sich selbst nach gründlicher Reinigung noch Keime darin befinden können. Auch formstabile Linsen lassen sich desinfizieren, bergen jedoch ein Restrisiko für eine erneute Ansteckung.

Diese Hygienemaßnahmen sind wichtig:

  • Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen, bevor Sie das Auge berühren.
  • Nicht an den gereizten Augen reiben, da dies die Entzündung verschlimmert.
  • Ausschließlich eigene, frische Handtücher verwenden, um eine Keimübertragung zu vermeiden.
  • Kühle, feuchte Umschläge auf den geschlossenen Lidern lindern die Beschwerden.
  • Konservierungsmittelfreie, sterile Augentropfen können das Brennen mildern und den Tränenfilm stabilisieren.

Behandlung: Was tun bei Bindehautentzündung?

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Entzündung:

  • Viral: Geduld und Augenpflege stehen im Vordergrund. Kühle Kompressen und häufiges Anwenden künstlicher Tränen lindern die Reizung. Das Immunsystem bekämpft die Viren in der Regel von selbst.
  • Bakteriell: Der Augenarzt verschreibt antibiotische Augentropfen oder Salben. Die Beschwerden bessern sich meist nach wenigen Tagen. Die Behandlung unbedingt vollständig abschließen, um Rückfälle zu verhindern.
  • Allergisch: Das auslösende Allergen möglichst meiden (zum Beispiel Pollen oder Tierhaare). Antihistamin- oder antiallergische Augentropfen lindern den Juckreiz. Kühle Kompressen wirken beruhigend.
  • Reizbedingt: Den Reizstoff sofort entfernen (zum Beispiel Chlor oder Rauch). Kühle Umschläge und künstliche Tränen beugen Austrocknung vor und reduzieren das Fremdkörpergefühl.

Legen Sie bei jeder Bindehautentzündung die Kontaktlinsen konsequent beiseite und halten Sie die Hygieneregeln ein. So beugen Sie weiteren Entzündungsschüben vor.

Kontaktlinsen

Entzündungsrisiko

Erhöht durch Ablagerungen und Keime

Pflegeaufwand

Täglich, mit Reinigungslösung

Bei Entzündung

Linsen sofort entfernen

Augenlasern

Entzündungsrisiko

Kein linsenbedingtes Risiko

Pflegeaufwand

Nachsorge laut Arztanweisung

Voraussetzung

Min. 3-6 Monate entzündungsfrei

Wiederkehrende Bindehautentzündung: Wann eine Alternative nötig wird

Wer häufig eine Bindehautentzündung durch Kontaktlinsen entwickelt, belastet langfristig nicht nur den Alltag, sondern auch die Hornhautgesundheit. Chronische Entzündungen können das Gewebe umstrukturieren und das Sehvermögen beeinträchtigen. Ständige Linsenpausen, Arztbesuche und der Pflegeaufwand werden zur dauerhaften Strapaze.

Warum eine Augenlaserbehandlung sinnvoll sein kann

Eine Augenlaserbehandlung korrigiert Fehlsichtigkeiten dauerhaft. Nach einer erfolgreichen LASIK- oder SMILE-Operation entfällt das Tragen von Kontaktlinsen. Damit entfallen auch die Risikofaktoren, die eine kontaktlinsenbedingte Bindehautentzündung begünstigen, wie Ablagerungen, Pflegemittelreizungen und Keimbelastung.

Voraussetzungen für eine Laserbehandlung nach Bindehautentzündungen

Eine zurückliegende Bindehautentzündung schließt eine Laserbehandlung nicht automatisch aus. Voraussetzung ist ein beschwerdefreies Intervall: In der Regel muss die Bindehaut mindestens drei bis sechs Monate frei von Entzündungszeichen sein, damit sich die Schleimhaut vollständig regenerieren kann. Bei der Voruntersuchung prüfen unsere Spezialisten bei Lasermed:

  • Hornhautdicke und -form
  • Stabilität des Tränenfilms
  • Allgemeine Augengesundheit
  • Konstante Fehlsichtigkeit über mindestens zwölf Monate

Erst wenn alle Werte stimmen, kommt eine Laser-Operation infrage.

Vorbereitung: Wenn die Augen noch nicht bereit sind

Ist der Tränenfilm zu instabil oder treten Entzündungen wiederholt auf, verzögern wir den Eingriff. Stattdessen setzen wir gezielte Maßnahmen ein, um die Augen vorzubereiten:

  • Umstellung auf hypoallergene Pflegemittel
  • Teardrop-Therapien zur Stabilisierung des Tränenfilms
  • Spezielle Tränenersatzmittel gegen Austrocknung

Sobald die Augen den Anforderungen entsprechen, kann eine Laserbehandlung in Betracht gezogen werden.

Augenlasern als langfristige Alternative bei häufiger Bindehautentzündung

Für Menschen, die wiederholt unter einer kontaktlinsenbedingten Bindehautentzündung leiden, kann eine Augenlaserbehandlung eine nachhaltige Option darstellen. Sie bietet folgende Vorteile:

  • Dauerhafte Korrektur der Fehlsichtigkeit
  • Kein regelmäßiges Tragen von Kontaktlinsen mehr nötig
  • Kein Risiko durch verschmutztes oder keimbelastetes Linsenmaterial
  • Keine Reizungen durch Konservierungsstoffe in Pflegelösungen

Die Spezialisten bei Lasermed begleiten Sie von der ausführlichen Voruntersuchung bis zur Nachsorge. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, um zu erfahren, ob eine Augenlaserbehandlung für Sie die richtige Alternative zur Kontaktlinse ist.

Jetzt Beratungstermin vereinbaren

Häufige Fragen

Muss ich bei einer Bindehautentzündung sofort die Kontaktlinsen herausnehmen?

Ja, bei Rötung oder Unwohlsein sollten Sie die Kontaktlinsen sofort herausnehmen. Weiteres Tragen reizt die entzündete Bindehaut zusätzlich und verlangsamt die Heilung.

Kann ich meine Kontaktlinsen nach einer Bindehautentzündung weiterverwenden?

Weiche Kontaktlinsen sollten Sie nach einer Bindehautentzündung entsorgen, da sich selbst nach Reinigung noch Keime darin befinden können. Formstabile Linsen lassen sich desinfizieren, bergen jedoch ein Restrisiko für eine erneute Ansteckung.

Wie lange dauert eine Bindehautentzündung durch Kontaktlinsen?

Die Dauer hängt von der Ursache ab. Virale Formen heilen oft nach einigen Tagen von selbst ab, bakterielle Entzündungen bessern sich mit antibiotischen Augentropfen meist innerhalb weniger Tage. Wichtig ist, die Kontaktlinsen während der Entzündung nicht zu tragen.

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Bindehautentzündung bei Kontaktlinsenträgern?

Die häufigsten Risikofaktoren sind: Ablagerungen auf der Linse, zu lange Tragezeiten, Schlafen mit Kontaktlinsen, Konservierungsstoffe in Pflegemitteln und unsauberes Einsetzen. Regelmäßige Linsenpflege und Hygiene senken das Risiko.

Kann ich trotz wiederkehrender Bindehautentzündungen die Augen lasern lassen?

Eine zurückliegende Bindehautentzündung schließt eine Laserbehandlung nicht grundsätzlich aus. In der Regel muss die Bindehaut mindestens drei bis sechs Monate entzündungsfrei sein, bevor eine Voruntersuchung und eine mögliche Operation geplant werden können.

Welche Behandlung hilft bei einer bakteriellen Bindehautentzündung?

Bei bakterieller Bindehautentzündung verschreibt der Augenarzt in der Regel antibiotische Augentropfen oder Salben. Die Behandlung sollte vollständig abgeschlossen werden, um Rückfälle zu verhindern.

Können Konservierungsstoffe in Kontaktlinsenlösungen eine Bindehautentzündung auslösen?

Ja, Konservierungsstoffe in Pflegemitteln können bei empfindlichen Augen chronische Reizungen oder allergische Reaktionen der Bindehaut auslösen. Konservierungsmittelfreie Alternativen können hier Abhilfe schaffen.