EVO ICL oder LASIK bei dünner Hornhaut: Welche Option passt?

Juli 10, 2026

Eine dünne Hornhaut schließt Augenlasern häufig aus. Die EVO ICL-Linse bietet in solchen Fällen eine geeignete Alternative, da sie die Hornhaut nicht abtragen muss. Lesen Sie, welche Methode bei welchen Voraussetzungen infrage kommt.


Zwei Personen informieren sich über die Wahl zwischen EVO ICL und LASIK bei dünner Hornhaut.

Dünne Hornhaut als Ausschlusskriterium für Augenlasern

Die Hornhautdicke zählt neben dem Dioptrienbereich zu den wichtigsten Parametern in der refraktiven Chirurgie. Der Normbereich liegt zwischen 500 und 550 Mikrometern. Je nach Augenlaser-Methode variiert der jeweilige Grenzwert. Eine zu geringe Hornhautdicke kann problematisch sein, weil weniger Gewebe für die Laserbehandlung zur Verfügung steht und die biomechanische Stabilität des Auges beeinträchtigt werden kann.

Bei Verfahren wie ReLEx SMILE oder Femto-LASIK wird Hornhautgewebe abgetragen, um Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder Astigmatismus zu korrigieren. Verbleibt zu wenig Restgewebe, ist die biomechanische Integrität der Hornhaut nicht mehr gewährleistet. Als mögliche Folge kann eine Ektasie entstehen: eine fortschreitende Ausdünnung und Vorwölbung der Hornhaut, vergleichbar mit einem Keratokonus.

Wichtig zu wissen: Eine dünne Hornhaut ist keine Erkrankung. Viele gesunde Patienten weisen von Natur aus niedrigere Werte auf. Die Dicke wird per Pachymetrie bestimmt, ergänzt durch Hornhauttopografie oder -tomografie. Diese Untersuchungen zeigen, ob ein Lasereingriff sicher möglich ist oder ob eine alternative Methode wie die EVO ICL-Linse sinnvoller erscheint.

EVO ICL: Funktionsweise und Vorteile bei dünner Hornhaut

Implantierbare Collamer Linsen (ICL), speziell die EVO Visian ICL, sind künstliche Linsen, die zwischen der Iris und der natürlichen Linse ins Auge eingesetzt werden. Für die Implantation werden mikrofeine Einschnitte am Rand der Hornhaut vorgenommen, durch die die Linse schonend eingeführt wird. Der Eingriff erfolgt in der Regel ambulant; häufig wird pro Termin ein Auge behandelt.

Der entscheidende Unterschied zum Augenlasern: Die ICL-Implantation trägt kein Hornhautgewebe ab. Die biomechanische Stabilität der Hornhaut bleibt damit erhalten. Deshalb gilt die EVO Visian ICL als geeignete Alternative, wenn Augenlasern wegen einer dünnen Hornhaut nicht infrage kommt.

Weitere Situationen, in denen die EVO ICL eine passende Option sein kann:

  • Hohe Dioptrienwerte, die außerhalb des LASIK-Bereichs liegen
  • Trockene Augen
  • Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) bis zu 6 Dioptrien

Die implantierbare Linse ergänzt die natürliche Linse und verändert diese nicht. Das macht sie besonders für jüngere Patienten geeignet, bei denen noch keine Alterssichtigkeit besteht. Falls notwendig, kann die ICL später entfernt oder ausgetauscht werden.

EVO ICL

Hornhautabtrag

Nein

Kurzsichtigkeit bis

-20 Dioptrien

Weitsichtigkeit bis

+10 Dioptrien

Reversibel

Ja

LASIK

Hornhautabtrag

Ja

Kurzsichtigkeit bis

-7 Dioptrien

Weitsichtigkeit bis

+4 Dioptrien

Reversibel

Nein

EVO ICL vs. LASIK: Direkter Vergleich

EVO ICL vs. LASIK: Die beiden Verfahren unterscheiden sich in sechs zentralen Punkten.

  • Eignung bei dünner Hornhaut: Die EVO Visian ICL ist bei dünner Hornhaut in der Regel gut geeignet, da kein Gewebe abgetragen wird. LASIK ist bei geringer Hornhautdicke häufig nicht möglich oder muss individuell geprüft werden.
  • Art des Eingriffs: Bei der ICL handelt es sich um eine implantierbare Linse, die zwischen Iris und natürlicher Linse positioniert wird. Die Hornhaut bleibt abgesehen von den kleinen Randeinschnitten weitgehend unberührt. LASIK ist ein hornhautbasierter Eingriff: Ein Hornhautflap wird erzeugt, darunter liegend modelliert ein Excimerlaser das Gewebe.
  • Korrigierbarer Dioptrienbereich: Die ICL eignet sich für Kurzsichtigkeit bis -20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +10 Dioptrien und Astigmatismus bis 6 Dioptrien. LASIK ist eher für moderate Werte geeignet: Kurzsichtigkeit bis -7 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +4 Dioptrien und Astigmatismus bis 4 Dioptrien.
  • Reversibilität: Die ICL kann bei Bedarf entfernt oder ausgetauscht werden, etwa vor einer Kataraktbehandlung. LASIK verändert die Hornhaut dauerhaft und ist nicht reversibel.
  • Langzeitperspektive: Beide Verfahren erlauben spätere Behandlungen wie die Korrektur der Alterssichtigkeit oder eine Grauer-Star-Operation.
  • Kosten: Die Implantation einer EVO ICL liegt in der Regel über den Kosten einer LASIK-Behandlung.

Voraussetzungen und Untersuchungen vor der Behandlung

Ob EVO ICL oder LASIK geeignet ist, lässt sich nur durch eine gründliche Voruntersuchung klären. Die Pachymetrie misst die Hornhautdicke präzise. Hornhauttopografie und -tomografie liefern zusätzliche Informationen über die Hornhautform und mögliche Auffälligkeiten. Erst auf Basis dieser Befunde kann ein Augenarzt beurteilen, welches Verfahren sicher und sinnvoll ist.

Weitere Parameter, die bei der Entscheidung eine Rolle spielen, sind das Alter, die Stabilität der Fehlsichtigkeit, die Augeninnendruckverhältnisse sowie individuelle Faktoren wie Trockenheit der Augen oder bestehende Augenerkrankungen.

Weg zur klaren Sicht: Beratung als erster Schritt

Auch bei dünner Hornhaut kann der Weg zur klaren Sicht ohne Brille möglich sein. Während LASIK bei moderater Fehlsichtigkeit und ausreichender Hornhautdicke häufig geeignet ist, bietet die EVO ICL eine sinnvolle Option, wenn LASIK an seine Grenzen stößt. Welches Verfahren für Sie infrage kommt, klärt eine individuelle Voruntersuchung. Vereinbaren Sie eine unverbindliche Beratung bei Lasermed, um Ihre persönlichen Voraussetzungen prüfen zu lassen.

Häufige Fragen

Kann man mit dünner Hornhaut überhaupt eine Fehlsichtigkeit korrigieren?

Ja, das kann in vielen Fällen möglich sein. Wenn Augenlasern wegen einer zu geringen Hornhautdicke nicht infrage kommt, kann die EVO ICL-Linse eine geeignete Alternative sein, da bei der Implantation kein Hornhautgewebe abgetragen wird.

Ab wann gilt eine Hornhaut als zu dünn für LASIK?

Der Normbereich der Hornhautdicke liegt zwischen 500 und 550 Mikrometern. Ob eine Hornhaut zu dünn für LASIK ist, hängt vom individuellen Befund und der Methode ab. Eine Pachymetrie und Hornhauttopografie liefern die entscheidenden Werte.

Welche Fehlsichtigkeiten kann die EVO ICL korrigieren?

Die EVO Visian ICL kann Kurzsichtigkeit bis -20 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +10 Dioptrien und Astigmatismus bis 6 Dioptrien korrigieren.

Ist die EVO ICL dauerhaft oder kann sie entfernt werden?

Die EVO ICL kann bei Bedarf entfernt oder ausgetauscht werden, zum Beispiel vor einer späteren Kataraktbehandlung. Das unterscheidet sie von LASIK, die die Hornhaut dauerhaft verändert.

Für wen ist die EVO ICL besonders geeignet?

Die EVO ICL eignet sich besonders für jüngere Patienten ohne Alterssichtigkeit, für Personen mit dünner Hornhaut, hohen Dioptrienwerten oder trockenen Augen, bei denen Augenlasern nicht möglich oder nicht empfohlen wird.

Was kostet die EVO ICL im Vergleich zu LASIK?

Die Implantation einer EVO ICL liegt in der Regel über den Kosten einer LASIK-Behandlung. Genaue Preise hängen von der individuellen Behandlungssituation ab und werden in einer persönlichen Beratung besprochen.