Kamra-Inlay: So funktioniert das Hornhautimplantat gegen Alterssichtigkeit

Juli 20, 2026

Das Kamra-Inlay war ein Hornhautimplantat zur Behandlung von Alterssichtigkeit. Seit 2022 wird es nicht mehr produziert. Erfahren Sie, wie das Inlay funktionierte, warum es vom Markt genommen wurde und welche Alternativen heute zur Verfügung stehen.


Schematische Darstellung eines Kamra-Inlays zur früheren Behandlung der Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Was ist das Kamra-Inlay?

Das Kamra-Inlay ist ein winziges Hornhautimplantat, das zur Behandlung von Alterssichtigkeit (Presbyopie) entwickelt wurde. Seit 2022 werden keine neuen Kamra-Inlays mehr produziert oder verkauft. Patienten, die bereits ein Inlay tragen, können es nach augenärztlicher Einschätzung im Auge belassen.

Dieser Artikel erklärt, wie das Implantat funktionierte, für wen es gedacht war, warum es eingestellt wurde und welche modernen Alternativen heute bei Alterssichtigkeit eingesetzt werden.

Wie das Kamra-Inlay bei Alterssichtigkeit wirkt

Das Kamra-Inlay ist 5 µm dünn und besteht aus biokompatiblem Polyvinylidenfluorid (PVDF). Es wird in die Hornhaut eingesetzt und dort über der Pupille zentriert. Mit einem Außendurchmesser von 3,8 mm und einem Innendurchmesser von 1,6 mm wirkt das Implantat wie eine Lochblende: Weniger Randstrahlen gelangen in das Auge, was die Schärfentiefe erhöhen und das Sehen in der Nähe erleichtern kann.

Das Implantat wird in der Regel einseitig in das nicht dominante Auge eingesetzt. Dabei kommt das Monovision-Prinzip zum Einsatz:

  • Das dominante Auge wird für die Ferne korrigiert.
  • Das nicht dominante Auge erhält eine leichte Kurzsichtigkeit (Myopie) von -0,25 dpt bis -0,75 dpt.
  • In Kombination mit dem Inlay kann sich das Sehen in der Nähe und auf mittlere Distanz verbessern.

Das Gehirn gewichtet die Informationen beider Augen je nach Sehsituation automatisch.

Für wen waren Kamra-Inlays geeignet?

Kamra-Inlays waren für Patienten mit ausgeprägter Altersweitsichtigkeit vorgesehen. Implantationen wurden häufig ab dem 45. Lebensjahr durchgeführt, wenn die natürliche Linse an Elastizität verliert und das Scharfstellen auf die Nähe (Akkommodation) erschwert ist.

Da die Hornhaut mit einem Femtosekundenlaser behandelt wurde, setzte der Eingriff eine gesunde Hornhaut mit ausreichender Dicke voraus. Außerdem musste vorab geprüft werden, ob Patienten mit dem Monovision-Seherlebnis zurechtkommen. Diese Prüfung erfolgte in der Regel mit Monovision-Kontaktlinsen.

Das Kamra-Inlay war in folgenden Fällen nicht geeignet:

  • Bestehende Augenerkrankungen oder aktive Augenentzündungen
  • Ausgeprägte Trockenheit der Augen
  • Amblyopie, da Monovision auf einer guten Funktion beider Augen basiert

Warum das Kamra-Inlay 2022 eingestellt wurde

Das Kamra-Implantat konnte durchaus positive Ergebnisse erzielen, hatte jedoch spezifische Nachteile, die seinen Einsatz einschränkten. Da das Inlay einen Teil der Pupille abdeckt, gelangt weniger Licht in das Auge. Folgende Nebenwirkungen wurden beobachtet:

  • Erschwerte Sicht bei schlechten Lichtverhältnissen und nachts
  • Halos und Doppelbilder
  • In einigen Fällen war eine längerfristige Anwendung kortisonhaltiger Augentropfen nötig, was auf Dauer die Entwicklung des Grauen Stars (Katarakt) begünstigen und das Fortschreiten der Alterssichtigkeit beschleunigen kann.

Zudem entwickelten sich die Behandlungsoptionen weiter. Mit modernen Verfahren wie Presbyond lässt sich ein ähnlicher Effekt durch schonendes Augenlasern erzielen. Auch ein Linsentausch kann Alterssichtigkeit und weitere Linsenprobleme gemeinsam behandeln. Das Kamra-Inlay und verwandte Implantate hatten Schwierigkeiten, sich gegen diese Linsen- und Augenlasermethoden zu behaupten, weshalb Produktion und Verkauf 2022 eingestellt wurden.

Kamra-Inlay

Verfahrensart

Hornhautimplantat (PVDF)

Status

Eingestellt (2022)

Prinzip

Lochblende, Monovision

Presbyond

Verfahrensart

Augenlaser (Femto-LASIK-Basis)

Status

Aktuell verfügbar

Prinzip

Individualisiertes Laserprofil, Blend Zone

Linsentausch

Verfahrensart

Kunstlinse (Multifokal, EDOF, Monofokал)

Status

Aktuell verfügbar

Prinzip

Ersatz der körpereigenen Linse

Moderne Alternativen zum Kamra-Inlay bei Alterssichtigkeit

Bei Lasermed erfolgt die Korrektur der Alterssichtigkeit heute in erster Linie mit Presbyond und Linsenbehandlungen.

Presbyond: Augenlasern gegen Alterssichtigkeit

Presbyond ist eine Augenlasermethode auf Basis der Femto-LASIK-Technologie, die speziell zur Behandlung von Alterssichtigkeit entwickelt wurde. Das dominante Auge wird für die Ferne korrigiert, das andere Auge eher für die Nähe. Ein speziell konzipiertes Laserprofil ermöglicht eine individualisierte Behandlung, sodass das Gehirn die Bilder beider Augen besser zusammenführen kann. Dabei entsteht eine sogenannte Blend Zone, die einen fließenden Übergang zwischen verschiedenen Distanzen ermöglicht.

Linsentausch: Wenn zusätzlich Katarakt vorliegt

Der Linsentausch kann eine geeignete Option sein, wenn zusätzlich Katarakt besteht oder Patienten eine Linsenlösung bevorzugen. Bei dieser Behandlung wird die körpereigene Linse gegen eine Kunstlinse ausgetauscht. Drei Linsenarten stehen zur Verfügung:

  • Multifokallinsen: können das Sehen in mehreren Distanzen ermöglichen
  • EDOF-Linsen: bieten eine erhöhte Tiefenschärfe für Ferne und mittlere Distanz
  • Monofokallinsen: eine kostengünstigere Option für Patienten, die mit einer Lesebrille zurechtkommen
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Häufige Fragen

Was ist das Kamra-Inlay?

Das Kamra-Inlay ist ein 5 µm dünnes Hornhautimplantat aus biokompatiblem PVDF, das zur Behandlung von Alterssichtigkeit (Presbyopie) entwickelt wurde. Es wirkt wie eine Lochblende und kann die Schärfentiefe erhöhen, um das Nahsehen zu erleichtern.

Wird das Kamra-Inlay noch angeboten?

Nein. Produktion und Verkauf des Kamra-Inlays wurden 2022 eingestellt. Patienten, die bereits ein Inlay tragen, können dieses nach augenärztlicher Einschätzung im Auge behalten.

Welche Nebenwirkungen hatte das Kamra-Inlay?

Da das Inlay einen Teil der Pupille abdeckt, gelangte weniger Licht ins Auge. Mögliche Nebenwirkungen waren erschwertes Sehen bei Dunkelheit, Halos und Doppelbilder. In einigen Fällen war eine längerfristige Kortisonbehandlung nötig, die das Kataraktrisiko erhöhen kann.

Was sind die modernen Alternativen zum Kamra-Inlay?

Zu den gängigen Alternativen zählen Presbyond (eine Augenlasermethode auf Femto-LASIK-Basis) und der Linsentausch mit Multifokal-, EDOF- oder Monofokallinsen. Welche Option geeignet ist, klärt eine individuelle augenärztliche Untersuchung.

Für wen war das Kamra-Inlay geeignet?

Das Kamra-Inlay war für Patienten mit ausgeprägter Altersweitsichtigkeit vorgesehen, häufig ab dem 45. Lebensjahr. Voraussetzung war eine gesunde, ausreichend dicke Hornhaut sowie die Verträglichkeit des Monovision-Prinzips, das vorab mit Kontaktlinsen getestet wurde.

Kann das Kamra-Inlay wieder entfernt werden?

Der Originaltext gibt keine detaillierten Informationen zur Entfernung. Generell sollte die Möglichkeit einer Explantation individuell mit einem Augenarzt besprochen werden, da der Eingriff von der jeweiligen klinischen Situation abhängt.

Was ist Presbyond und wie unterscheidet es sich vom Kamra-Inlay?

Presbyond ist eine Augenlasermethode auf Basis der Femto-LASIK-Technologie zur Behandlung von Alterssichtigkeit. Im Unterschied zum Kamra-Inlay wird kein Implantat eingesetzt, sondern die Hornhaut durch einen Laser individuell geformt, um einen fließenden Übergang zwischen verschiedenen Sehdistanzen zu ermöglichen.