Alterssichtigkeit korrigieren: Die besten Methoden im Überblick

Dez. 31, 2025

Alterssichtigkeit betrifft die meisten Menschen ab etwa 45 Jahren. Zwei moderne Verfahren ermöglichen die dauerhafte Korrektur: refraktive Laserbehandlung und Linsentausch mit Intraokularlinse. Welche Methode für Sie infrage kommt, hängt von individuellen Faktoren ab.


Frau mittleren Alters mit klarem Blick – moderne Möglichkeiten zur Korrektur von Alterssichtigkeit.

Alterssichtigkeit korrigieren: Mit zwei Methoden

Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist eine natürliche Veränderung der Augenlinse, die ab etwa dem 45. Lebensjahr auftritt. Der Elastizitätsverlust der Linse erschwert das Scharfstellen in der Nähe zunehmend. Alterssichtigkeit entsteht unabhängig davon, ob bereits Kurz- oder Weitsichtigkeit vorliegt.

Zur Korrektur der Alterssichtigkeit stehen zwei operative Verfahren zur Verfügung:

  • Refraktive Laserbehandlung an der Hornhaut (z. B. Presbyond)
  • Refraktive Linsenchirurgie durch Linsentausch mit künstlicher Intraokularlinse (IOL)

Beide Verfahren verfolgen dasselbe Ziel: stabiles Sehen in Nähe, Zwischenbereich und Ferne ohne Brille zu ermöglichen. Die Wahl hängt von anatomischen Voraussetzungen, beruflichen Anforderungen und persönlichen Sehgewohnheiten ab.

Presbyond: Refraktive Laserbehandlung gegen Alterssichtigkeit

Presbyond ist eine Laserbehandlung auf Basis der Femto-LASIK-Technologie. Die Methode nutzt das beidäugige Zusammenspiel: Das dominante Auge wird für die Ferne optimiert, das Partnerauge für die Nähe. Durch die Überlappung der Sehbereiche entsteht ein stufenloser Seheindruck von nah bis fern.

Das Gehirn durchläuft zu Beginn eine kurze Anpassungsphase an die neue Optik. Dieser neuroadaptive Lernprozess ist normal und klingt in der Regel ab.

Ablauf der Presbyond-Behandlung

Die Presbyond-Laserbehandlung verläuft in fünf Schritten:

  • Schritt 1: Ambulante refraktive Laserbehandlung
  • Schritt 2: Erzeugung eines Hornhautflaps per Femtolaser
  • Schritt 3: Präzises Abtragen der Hornhaut mittels Excimerlaser
  • Schritt 4: Seh-Erholung innerhalb weniger Tage
  • Schritt 5: Vollständige Stabilität in einigen Wochen

Eignung der Presbyond-Behandlung

Presbyond eignet sich in der Regel für Patientinnen und Patienten mit diesen Voraussetzungen:

  • Alter ab ca. 40 Jahren
  • Stabile Sehstärke
  • Ausreichend dicke und regelmäßig geformte Hornhaut
  • Beidäugiges, funktionales Sehen
  • Wunsch nach minimalinvasiver Behandlung ohne Linsentausch

Presbyond ist in der Regel nicht geeignet bei Keratokonus, ausgeprägter Trockenheit der Augen, deutlichen Hornhautverkrümmungen oder einer Linsentrübung.

  1. 01

    Ambulante Behandlung

    Der Eingriff erfolgt ambulant in der Augenklinik.

  2. 02

    Femtolaser-Flap

    Ein Femtolaser erzeugt einen präzisen Hornhautflap.

  3. 03

    Excimerlaser-Abtrag

    Ein Excimerlaser trägt die Hornhaut gezielt ab, um die Sehkorrektur zu erreichen.

  4. 04

    Seh-Erholung

    Das Sehvermögen erholt sich in der Regel innerhalb weniger Tage.

  5. 05

    Stabilisierung

    Die vollständige Stabilität stellt sich in einigen Wochen ein.

Refraktive Linsenchirurgie: Dauerhafte Korrektur durch Linsentausch

Beim refraktiven Linsentausch ersetzt der Arzt die natürliche Linse durch eine künstliche Intraokularlinse (IOL). Das Verfahren entspricht der modernen Katarakt-Operation, die weltweit millionenfach angewendet wird. Da die künstliche Linse nicht mehr altert oder trüb werden kann, verhindert der Eingriff gleichzeitig einen späteren Grauen Star.

Der Linsentausch korrigiert neben der Alterssichtigkeit auch weitere Fehlsichtigkeiten wie Myopie (Kurzsichtigkeit), Hyperopie (Weitsichtigkeit) und Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) in einem einzigen Eingriff.

Linsentypen im Überblick

Alle Linsentypen sind auch als torische Linsen erhältlich, sodass Hornhautverkrümmungen gleichzeitig korrigiert werden können. Die drei Haupttypen unterscheiden sich in Brennpunkt und Sehbereich:

  • Monofokallinse: Ein Brennpunkt, klare Fernsicht; für die Nähe ist in der Regel eine Lesebrille erforderlich.
  • Multifokallinse: Mehrere Brennpunkte, hohe Brillenunabhängigkeit; Halos oder Blendempfindlichkeit können auftreten.
  • EDOF-Linse (Extended Depth of Focus): Erweiterte Tiefenschärfe, ideal für Ferne und Zwischenbereich; für sehr nahe Tätigkeiten kann eine leichte Nahbrille hilfreich sein.

Eignung des refraktiven Linsentauschs

Der refraktive Linsentausch ist in der Regel geeignet für Personen mit folgenden Voraussetzungen:

  • Beginnender oder bestehender Grauer Star
  • Wunsch nach dauerhafter, intraokularer Behandlung
  • Gute Augengesundheit ohne Glaukom
  • Stabile Heilungsfähigkeit

Bei bestimmten Linsentypen kann eine kurze Simulation mit Kontaktlinsen helfen, den zu erwartenden Seheindruck vorab einzuschätzen.

Presbyond vs. Linsentausch: Welches Verfahren passt?

Beide Verfahren korrigieren die Alterssichtigkeit, unterscheiden sich jedoch in Ansatz und Zielgruppe wesentlich voneinander.

  • Presbyond (Laser): Minimalinvasiv, ohne Linsentausch, für Patientinnen und Patienten mit geeigneter Hornhaut und ohne Linsentrübung.
  • Refraktiver Linsentausch: Intrakular, dauerhaft, empfehlenswert bei beginnendem Grauen Star oder dem Wunsch nach maximaler Stabilität.

Wer eine minimalinvasive Lösung wünscht, profitiert häufig vom Laserverfahren. Wer eine intraokulare Lösung und maximale Langzeitstabilität sucht, ist beim Linsentausch besser aufgehoben.

Presbyond (Laser)

Ansatz

Hornhautmodellierung per Laser

Eignung

Ab ca. 40 Jahren, geeignete Hornhaut

Vorteil

Minimalinvasiv, kein Linsentausch

Hinweis

Nicht bei Linsentrübung oder Keratokonus

Refraktiver Linsentausch

Ansatz

Ersatz der natürlichen Linse durch IOL

Eignung

Auch bei beginnendem Grauem Star

Vorteil

Dauerhaft, verhindert späteren Grauen Star

Hinweis

Gute Augengesundheit erforderlich

Individuelle Beratung als Grundlage der Entscheidung

Welches Verfahren für Sie geeignet ist, lässt sich nur nach eingehender Untersuchung und Beratung durch einen Augenarzt bestimmen. Anatomische Faktoren wie Hornhautdicke und Augengesundheit, aber auch berufliche Anforderungen und persönliche Sehgewohnheiten spielen dabei eine Rolle.

Bei Lasermed beraten erfahrene Augenärzte Sie umfassend zu beiden Verfahren und ermitteln auf Basis einer sorgfältigen Voruntersuchung, welche Methode für Ihre Situation in Betracht kommt. Vereinbaren Sie jetzt einen Beratungstermin, um Ihre Optionen zu besprechen.

Häufige Fragen

Was ist Alterssichtigkeit und ab wann tritt sie auf?

Alterssichtigkeit (Presbyopie) ist ein natürlicher Elastizitätsverlust der Augenlinse, der das Scharfstellen in der Nähe zunehmend erschwert. Sie tritt in der Regel ab etwa dem 45. Lebensjahr auf und ist unabhängig von Kurz- oder Weitsichtigkeit.

Welche Methoden gibt es, um Alterssichtigkeit operativ zu korrigieren?

Zur operativen Korrektur der Alterssichtigkeit stehen zwei Verfahren zur Verfügung: die refraktive Laserbehandlung (z. B. Presbyond auf Basis der Femto-LASIK) und der refraktive Linsentausch mit künstlicher Intraokularlinse. Welches Verfahren geeignet ist, klärt ein Arzt in der Voruntersuchung.

Ist die Laserbehandlung gegen Alterssichtigkeit dauerhaft wirksam?

Die Laserbehandlung kann die Alterssichtigkeit dauerhaft verbessern, jedoch können natürliche Veränderungen des Auges im Laufe der Jahre den Seheindruck beeinflussen. Eine individuelle Beratung beim Augenarzt hilft, realistische Erwartungen zu entwickeln.

Wie schnell sehen Patientinnen und Patienten nach einem Linsentausch wieder klar?

Nach dem refraktiven Linsentausch verbessert sich das Sehvermögen in der Regel innerhalb weniger Tage deutlich. Die vollständige Stabilisierung des Seheindrucks kann einige Wochen in Anspruch nehmen.

Kann der Linsentausch mehrere Fehlsichtigkeiten gleichzeitig korrigieren?

Ja. Der refraktive Linsentausch kann neben der Alterssichtigkeit auch Kurzsichtigkeit (Myopie), Weitsichtigkeit (Hyperopie) und Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) in einem Eingriff korrigieren.

Was unterscheidet Monofokal-, Multifokal- und EDOF-Linsen?

Monofokallinsen bieten einen Brennpunkt für klare Fernsicht, erfordern aber in der Regel eine Lesebrille. Multifokallinsen ermöglichen hohe Brillenunabhängigkeit, können jedoch Halos oder Blendempfindlichkeit verursachen. EDOF-Linsen bieten erweiterte Tiefenschärfe, vorrangig für Ferne und Zwischenbereich.

Wann ist Presbyond nicht geeignet?

Presbyond ist in der Regel nicht geeignet bei Keratokonus, ausgeprägter Augentrockene, deutlichen Hornhautverkrümmungen oder einer bestehenden Linsentrübung. Ein Augenarzt prüft die Eignung im Rahmen einer Voruntersuchung.