Monovision korrigiert bei Alterssichtigkeit ein Auge für die Ferne und das andere Auge für die Nähe. Das Gehirn nutzt dabei jeweils das schärfere Bild. Monovision lässt sich mit Kontaktlinsen, per Augenlaserbehandlung als Monovision LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) oder mit Kunstlinsen umsetzen. PRESBYOND Laser Blended Vision ist ein Laserverfahren, das das Monovision-Prinzip erweitert. Weil nicht jeder Mensch die unterschiedliche Korrektur beider Augen verträgt, simuliert die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) das Ergebnis einer Monovision LASIK vor der Operation mit Monovisionskontaktlinsen.

Was ist Monovision bei Alterssichtigkeit?
Monovision ist ein Korrekturprinzip bei Presbyopie (Alterssichtigkeit), bei dem das dominante Auge die Ferne und das nicht-dominante Auge die Nähe übernimmt.
Möglich wird das durch einen Lernprozess des Gehirns. Es unterdrückt das unscharfe Bild des jeweils anderen Auges und blendet das scharfe ein. In einer kleinen Laborstudie mit 6 Probanden war diese Unterdrückung bereits nach einem Tag Tragezeit messbar verändert (Schor 1987). Erfolgreiche Langzeitträger unterdrückten die Unschärfe beider Augen gleich gut und auch bei höheren Kontraststufen.
Bei der Monovision LASIK wird die Fehlsichtigkeit am dominanten Auge vollständig korrigiert. Das nicht-dominante Auge bleibt dagegen bei etwa −1,25 Dioptrien (dpt) kurzsichtig, wie die KRC das Verfahren beschreibt. Das räumliche Sehen (Stereosehen) kann sich dadurch geringfügig verändern. Nach Erfahrung der KRC bleibt die Beeinträchtigung minimal, wenn der Unterschied der Brechkraft beider Augen maximal 1,25 dpt beträgt.
Monovision ist ein Kompromiss. Die Unabhängigkeit von der Brille lässt sich laut KRC weitgehend erreichen. Eine Brille kann aber weiterhin nötig sein, etwa beim Autofahren bei Nacht oder zum längeren Lesen.
Eine abgeschwächte Form ist die Mini-Monovision mit geringerem Unterschied zwischen beiden Augen. Ein Review von Labiris (2017) zu Monovision mit Kunstlinsen zeigt, dass Studien die Zielwerte des Nahauges unterschiedlich setzen: von −0,25 dpt bei Mini-Monovision bis −2,75 dpt bei konventioneller Monovision.
Ursache der Alterssichtigkeit: warum die Nahsicht nachlässt
Alterssichtigkeit entsteht, weil die Akkommodation der Augenlinse mit dem Alter abnimmt, also ihre Fähigkeit, auf nahe Entfernungen zu stellen. Mit 40 Jahren stehen noch rund 6 dpt zur Verfügung, mit 60 Jahren nur noch rund 1 dpt.
Die Akkommodationsbreite sinkt kontinuierlich über das Leben. Ein Review beziffert sie auf rund 13 dpt in der Jugend (Trojacka 2025). Mit 50 Jahren bleiben rund 2 dpt, mit 60 Jahren rund 1 dpt. Als Ursache gilt der Verlust der biomechanischen Flexibilität der Linse.
Die ersten Beschwerden zeigen sich typischerweise zwischen 40 und 45 Jahren. Laut StatPearls, einem medizinischen Nachschlagewerk, entwickeln rund 85 % der über 40-Jährigen eine Alterssichtigkeit. In einer japanischen Befragung von 2000 Menschen mit Alterssichtigkeit wurde die erste Lesebrille im Mittel um 48 Jahre angeschafft (Wolffsohn 2023).
Einen Überblick über die Laserkorrektur bietet unsere Seite zum Thema Altersweitsichtigkeit lasern. Die Monovision ist einer der möglichen Wege.
Führungsauge bestimmen: welches Auge sieht in die Ferne?
Welches Auge für die Ferne korrigiert wird, richtet sich nach dem Führungsauge (dominantes Auge). In einer Serie von 172 Monovision-Patienten bekamen 85 % das dominante Auge für die Ferne (Braun 2008).
Zur Bestimmung werden unter anderem der Lochkarten-Test (ein Zieltest durch eine Öffnung) und Tests mit Plus-Linsen eingesetzt. In einer Crossover-Studie mit 35 Personen mit Alterssichtigkeit wurde die Dominanz mit einer +1,50-dpt-Linse in drei übereinstimmenden Durchgängen bestimmt (Sivardeen 2015).
Die Dominanz ist allerdings kein fester Wert. Der Review von Evans (2007) beschreibt die okuläre Dominanz als fluides, adaptives Phänomen. Verschiedene Dominanztests können deshalb zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
Auch die umgekehrte Verteilung funktioniert. Sie wird als gekreuzte Monovision bezeichnet, wenn das dominante Auge die Nähe übernimmt. In der Serie von Braun (2008) akzeptierten Patienten mit dominanter Nähe die Monovision ähnlich gut wie die übrigen. Und in einer Auswertung von 42 konventionellen und 12 gekreuzten Monovision-Patienten waren alle 12 gekreuzt Korrigierten zufrieden (Jain 2001).
Monovision mit Kontaktlinsen
Monovision mit Kontaktlinsen korrigiert ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe. Bei Menschen mit Alterssichtigkeit, die bereits Kontaktlinsen trugen, lag die Erfolgsrate laut dem Review von Evans (2007) bei 59 bis 67 %.
Monovision mit Kontaktlinsen kann als Korrektur im Alltag dienen und als Test vor einer möglichen Operation.
Die Studien verwenden unterschiedliche Erfolgsbegriffe. Nach zwei Wochen Anpassung führten 67 % von 67 Teilnehmern die Monovision fort (du Toit 1998). Ein Review über die Literatur ermittelte eine mittlere Erfolgsrate von 73 % (Jain 1996).
Im Vergleich mit einer multifokalen Kontaktlinse zeigen sich Stärken und Grenzen. In einer Crossover-Studie mit 49 Teilnehmern, die beide Systeme je zwei Wochen trugen, waren Fern- und Nahsehschärfe mit Monovision besser. Am Ende bevorzugten dennoch 51 % die multifokale Linse, 37 % die Monovision und 12 % hielten beides für nicht akzeptabel (Woods 2015). In einer weiteren Crossover-Studie mit 20 Personen mit Alterssichtigkeit war das Stereosehen mit der multifokalen Linse besser als mit Monovision (Fernandes 2013).
Für die Dauerlösung spielt auch die Verträglichkeit über Jahre eine Rolle. Lesen Sie dazu, wie viele Jahre Sie Kontaktlinsen tragen dürfen.
Wie Monovision beim Augenlasern funktioniert
Monovision LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) korrigiert das Führungsauge (dominantes Auge) vollständig für die Ferne und das andere Auge nur teilweise für die Nähe. Die KRC beschreibt das Verfahren als individuelle Femto-LASIK. In den USA ließ die Arzneimittelbehörde (Food and Drug Administration, FDA) 2007 ein Lasersystem für Monovision LASIK bei kurzsichtigen Menschen ab 40 Jahren zu.
Der Ablauf entspricht der Femto-LASIK. Ein Femtosekundenlaser formt den Flap (dünner Hornhautdeckel). Anschließend trägt ein Excimerlaser Gewebe aus der Hornhaut ab. Danach wird der Flap zurückgelegt.
Die Korrektur unterscheidet sich je nach Ausgangsfehlsichtigkeit um etwa 1,25 Dioptrien (dpt) zwischen beiden Augen. Bei Kurzsichtigen bleibt das nicht-dominante Auge laut KRC rund −1,25 dpt kurzsichtig. Bei Weitsichtigen wird das nicht-dominante Auge rund −1,25 dpt kurzsichtig gemacht. Das Gehirn muss lernen, das jeweils unscharfe Bild zu unterdrücken.
Die Zufriedenheit nach Monovision LASIK ist in mehreren Serien untersucht worden. In einer Auswertung von 432 Patienten waren 96 % mit dem Ergebnis zufrieden, 4 % ließen das Nahauge auf die volle Fernkorrektur nachkorrigieren (Goldberg 2001). Eine Serie mit 391 Patienten über 40 ergab, dass kurzsichtige Patienten zufriedener waren als weitsichtige; weitsichtige Patienten hatten die meisten Nebenwirkungen (Goldberg 2003).
Nicht jeder Patient behält die Monovision bei. Von 172 Patienten gaben 7 % die Monovision auf, 27,9 % ließen das Fernauge nachbehandeln (Braun 2008). In einer Serie mit 40 Patienten, von denen 38 nach 12 Monaten untersucht wurden, stieg die Zufriedenheit von 41,5 auf 85,2 % (Levinger 2013). Welchen Anteil die Eingewöhnung daran hatte, lässt sich aus der Serie nicht ableiten.
Monovision vs. PRESBYOND Laser Blended Vision
PRESBYOND Laser Blended Vision (Hersteller ZEISS) nutzt das Monovision-Prinzip und vergrößert zusätzlich die Tiefenschärfe beider Augen. In einer Serie von 148 normalsichtigen Patienten mit Alterssichtigkeit erreichten 98 % beidäugig eine Fernsehschärfe von 20/20 oder besser (Reinstein 2012).
Der Unterschied liegt in der Blend Zone. Das Ablationsprofil verändert die Hornhautform so, dass sich die Sehbereiche beider Augen überlappen. Die Überlappung der Sehbereiche soll Nah-, Zwischen- und Fernbereich verbinden. Bei der klassischen Monovision gilt die Zwischendistanz, etwa am Bildschirm, als eine der Hauptgrenzen (Evans 2007).
Bei Lasermed wird dafür wie bei einer Femto-LASIK ein Flap gebildet. Lasermed stellt das Führungsauge auf nahezu 0 dpt für die Ferne ein und das zweite Auge auf −1,5 dpt für die Nähe.
Zu PRESBYOND liegen drei Serien des Entwicklers vor. Bei 155 kurzsichtigen Patienten erreichten 96 % beidäugig die Nahsehstufe J2 (Reinstein 2011). Bei 129 weitsichtigen Patienten lag die Nachkorrekturrate bei 22 % (Reinstein 2009). Bei den 148 normalsichtigen Patienten erreichten 96 % die Stufe J2 (Reinstein 2012). In allen drei Serien verschlechterte sich die Kontrastsensitivität unter Dämmerlicht nicht.
Die Nachbeobachtung der drei PRESBYOND-Serien liegt bei rund 12 Monaten. Bei Lasermed bestehen laut Klinikangabe keine Langzeitdaten. Die Studien stammen aus unterschiedlichen Gruppen und sind nicht direkt mit Studien zur klassischen Monovision vergleichbar.
| Merkmal | Monovision mit Kontaktlinsen | Monovision LASIK | PRESBYOND |
|---|---|---|---|
| Prinzip | dominantes Auge Ferne, anderes Auge Nähe | dominantes Auge Ferne, anderes Auge Nähe | Monovision-Prinzip plus Blend Zone |
| Unterschied der Augen (dpt) | keine Angabe | rund 1,25 dpt (KRC) | 1,5 dpt (Lasermed) |
| Zwischenbereich | Zwischendistanz als Grenze (Evans 2007) | Zwischendistanz als Grenze (Evans 2007) | Blend Zone soll die Sehbereiche verbinden |
| Umkehrbar | leichter umkehrbar als chirurgisch (Evans 2007) | schwerer umkehrbar als mit Kontaktlinsen (Evans 2007) | keine Angabe |
| Belegte Grenzen | Stereosehen schlechter als mit multifokaler Kontaktlinse (Fernandes 2013) | 7 % Umkehr, 27,9 % Nachbehandlung Fernauge (Braun 2008) | 22 % Nachkorrektur bei Weitsichtigen (Reinstein 2009), keine Langzeitdaten (Lasermed) |
| Test vorab | Trageversuch ist selbst der Test | Simulation mit Kontaktlinsen (KRC) | Verträglichkeit vorab prüfbar (Lasermed) |
Mehr zum Ablauf und zur Eignung erfahren Sie auf der Seite zu PRESBYOND bei Lasermed.
Für wen Monovision geeignet ist
Monovision eignet sich für Menschen ab etwa 40 mit beginnender Alterssichtigkeit, die weniger abhängig von der Lesebrille sein wollen. Die KRC nennt vor allem kurzsichtige Patienten über 40 als Zielgruppe.
Die allgemeinen Voraussetzungen fürs Augenlasern gelten auch hier. Für PRESBYOND nennt Lasermed zusätzlich ein Mindestalter von über 40 Jahren, eine nötige Lesebrille und keine Einäugigkeit. Korrigierbar sind bei Lasermed Fehlsichtigkeiten bis −7 dpt, +4 dpt und 4 dpt Hornhautverkrümmung.
Ein beginnender Grauer Star ist laut Lasermed eine Grenze für PRESBYOND. Eine genaue Prüfung der Monovision ist bei folgenden Ausgangslagen nötig:
- Schielen oder große Exophorie (latentes Auswärtsschielen): In sechs Studien zu Monovision mit Kunstlinsen wurden solche Patienten ausgeschlossen (Labiris 2017).
- Bestehende Störungen des beidäugigen Sehens: Monovision kann eine solche Störung dekompensieren lassen, eine orthoptische Untersuchung wird empfohlen (Evans 2007).
- Starke Augendominanz: Sie war in mehreren Studien ein Ausschlusskriterium (Labiris 2017).
- Berufe mit hohen Anforderungen an das Stereosehen (räumliches Sehen), häufiges Nachtfahren oder Maschinenbedienung (Evans 2007).
Berufliche Anforderungen lassen sich nicht pauschal beurteilen. In einer Studie mit 23 Berufspiloten erhielten alle nach PRESBYOND das für Berufspiloten erforderliche medizinische Class-1-Tauglichkeitszeugnis der britischen Luftfahrtbehörde und flogen wieder (Reinstein 2023). Ob Monovision zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt, klärt eine individuelle Untersuchung.
Testphase: Monovision vorab mit Kontaktlinsen simulieren
Die KRC simuliert Monovision vor der Operation mit Kontaktlinsen, weil nicht jeder die Sehaufteilung verträgt. Nach dem Trageversuch entschieden sich 58 % der KRC-Patienten im Alter von 42 bis 66 Jahren für das Verfahren.
Kontaktlinsen für den Test bilden die geplante Sehaufteilung nach. Ein Auge trägt die Korrektur für die Ferne, das andere für die Nähe. So lässt sich im Alltag prüfen, ob das Gehirn die unterschiedlichen Bilder verarbeitet.
In einer Serie mit 82 Patienten wollte von 30 Patienten mit vorherigem Versuch keiner die Monovision rückgängig machen. Beide Umkehrungen traten bei den 52 Patienten ohne Versuch auf (Reilly 2006). Wegen der kleinen, nicht randomisierten Gruppen zeigt das nur einen Zusammenhang. Relevant ist der Test, weil chirurgische Monovision schwerer umkehrbar ist als Monovision mit Kontaktlinsen (Evans 2007).
Eine größere Serie liefert einen Gegenbefund. Von 294 Patienten hatten 169 vorab einen Kontaktlinsen-Versuch; zwischen Versuch und späterer Zufriedenheit zeigte sich kein Zusammenhang (Peng 2018). Der Versuch ist demnach ein sinnvolles Werkzeug, aber kein Garant für das spätere Ergebnis.
Bei Lasermed ist für PRESBYOND die Verträglichkeit vorab prüfbar. Ob und wie ein Test in Ihrem Fall sinnvoll ist, klärt die Voruntersuchung bei Lasermed.
Eingewöhnungszeit: wie lange sich das Gehirn umstellt
Die Eingewöhnungszeit bei Monovision reicht von einigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Monovision verlangt dem Gehirn ab, das unscharfe Bild eines Auges zu unterdrücken, erklärt die KRC. Bei Monovision mit Kontaktlinsen beschreibt Durrie (2006, 50 Normalsichtige) eine kurzfristige Anpassung in Stunden bis Tagen und eine langfristige in Wochen bis Monaten.
Nach PRESBYOND kann die Neuroadaptation laut Erfahrungsbericht der Entwickler 2 bis 3 Monate dauern (Reinstein 2011); die individuelle Dauer kann abweichen. In einem Bericht zur Pilotenstudie erfüllten alle 23 Piloten die Sehanforderungen innerhalb von 8 Wochen. Die endgültige Sehstabilität dauert laut Lasermed einige Wochen.
Die Befunde sind uneinheitlich. Eine Grundlagenarbeit mit 18 Presbyopen fand keine zunehmende Unterdrückung der Unschärfe über die Zeit (Schor 1989). Bis zur erfolgreichen Anpassung sollten Sie nicht Auto fahren und keine Maschinen bedienen (Evans 2007, Review).
Ablauf der Monovision-Behandlung in vier Schritten
Der Ablauf umfasst vier Schritte von der Voruntersuchung bis zu den Nachkontrollen.
- 01
Beratung und Voruntersuchung
Wir messen Ihre Sehwerte und prüfen Hornhaut und Augengesundheit. Für eine Monovision wird außerdem das Führungsauge bestimmt, und Ihre Sehgewohnheiten im Alltag fließen ein.
- 02
Test der Sehaufteilung
Die Verträglichkeit der Monovision ist vorab prüfbar. Die KRC simuliert die geplante Sehaufteilung mit einem Trageversuch mit Kontaktlinsen.
- 03
Behandlung
Bei Lasermed erfolgt die Monovision bei Alterssichtigkeit mit PRESBYOND und dauert 20 bis 30 Minuten. Die Augen werden mit Tropfen örtlich betäubt, die Behandlung ist in der Regel schmerzfrei. Danach dürfen Sie nicht selbst Auto fahren.
- 04
Anpassung und Nachkontrollen
In der anschließenden Eingewöhnungsphase kann sich das Gehirn auf die Sehaufteilung einstellen; die Dauer ist individuell. Eine etwaige Nachkorrektur ist bei Lasermed im ersten Jahr im Preis enthalten.
Vorteile und Nachteile der Monovision
Monovision reduziert die Abhängigkeit von der Lesebrille. Klassische Monovision kann aber das räumliche Sehen (Stereosehen) und das Kontrastsehen messbar vermindern. Die Abwägung hängt davon ab, wie viel Sie lesen, nachts fahren und am Bildschirm arbeiten. Von 284 LASIK-Patienten ab 45 Jahren wählten 188 (67 %) die Monovision (Braun 2008).
Vorteile der Monovision im Alltag
- Im Alltag kann Sehen in Nah und Fern ohne Lesebrille gelingen; die Unabhängigkeit von einer Brille lässt sich laut KRC weitgehend erreichen.
- Monovision mit Kontaktlinsen lässt sich ohne Operation testen.
- Monovision mit Kunstlinsen führt seltener zu Halos und Blendung als Multifokal-Kunstlinsen (Labiris 2017, Review aus 30 Studien; Wilkins 2013, randomisierte Studie).
Nachteile: räumliches Sehen, Kontrast, Nachtfahren
- Das räumliche Sehen ist vermindert. Das Fern-Stereosehen verschlechterte sich von 52 auf 142 Winkelsekunden, höhere Werte bedeuten schlechteres räumliches Sehen (Levinger 2013, 38 Patienten nach 12 Monaten). Den meisten Patienten fällt das laut dem Review von Evans (2007) nicht auf.
- Kontrastsensitivität und Blendungssehen können abnehmen. Ein Review fand eine signifikante Minderung der beidäugigen Kontrastsensitivität (Jain 1996), eine LASIK-Serie signifikante Einbußen bei Kontrast und Blendung (Levinger 2013).
- Hauptgrenzen sind das Nachtfahren und die Zwischendistanz am Bildschirm (Evans 2007).
- Für längeres Lesen kann eine Lesebrille nötig bleiben (KRC).
- Bei 294 normalsichtigen Patienten einen Monat nach Monovision LASIK waren schwere Sehphänomene wie Blendung und Halos der stärkste Prädiktor für Unzufriedenheit (Peng 2018).
- Die Laserbehandlung selbst bringt die Beschwerden eines Flap-Verfahrens mit sich: am Behandlungstag Brennen, Tränen, Lichtempfindlichkeit und Fremdkörpergefühl, die meist innerhalb weniger Stunden abklingen. Lasermed nennt als Nachteil eine vorübergehende Blendempfindlichkeit oder leichte Sehschwankungen. Mehr dazu unter Risiken beim Augenlasern.
Kann man Monovision rückgängig machen?
Eine Monovision LASIK lässt sich nicht ungeschehen machen, aber ausgleichen: Laut KRC kann das unterkorrigierte Auge nachträglich voll auf die Ferne korrigiert werden. In einer Serie von 172 Patienten gaben 7 % die Monovision auf und ließen das Nahauge auf Fernsicht nachkorrigieren (Braun 2008). Monovision mit Kontaktlinsen ist leichter umkehrbar als eine chirurgische Korrektur (Evans 2007).
Monovision und Autofahren
Nach LASIK-Monovision berichteten 55 % der Patienten eine bessere Lebensqualität beim Nachtfahren, 15 % eine schlechtere (Levinger 2006, 114 Patienten). Nachts kann beim Autofahren eine Brille nötig sein (KRC). Die Fahrerlaubnisverordnung (FeV) regelt Monovision nicht ausdrücklich. Für den Sehtest der Pkw-Klassen nennt Anlage 6 FeV eine zentrale Tagessehschärfe von mindestens 0,7/0,7. Details unter Autofahren nach dem Augenlasern.
Alternativen zur Monovision bei Alterssichtigkeit
Die wichtigsten Alternativen zur Lesebrille sind neben Monovision die Gleitsichtbrille, multifokale Kontaktlinsen und der Linsentausch mit Kunstlinse.
Lesebrille und Gleitsichtbrille korrigieren die Alterssichtigkeit ohne Eingriff. Eine multifokale Kontaktlinse ist eine Option ohne Operation. Beim refraktiven Linsentausch ersetzt eine Kunstlinse die natürliche Linse. Mehr dazu auf den Seiten zu Multifokallinsen und refraktiver Linsentausch.
Monovision ist auch mit Kunstlinsen möglich, beim Linsentausch oder nach einer Grauer-Star-Operation. Ein Review aus 30 Studien beschreibt hohe Brillenfreiheitsraten und weniger Halo und Blendung als unter Multifokallinsen (Labiris 2017). In einer Serie von 140 Patienten erreichten 129 mindestens eines von zwei Zielen: 20/30 oder besser in der Ferne oder die Nahsehstufe J1 (Greenbaum 2002).
Monovision bei Alterssichtigkeit bei Lasermed
Bei Lasermed setzen wir Monovision bei Alterssichtigkeit mit PRESBYOND Laser Blended Vision um. Die Behandlung dauert bei Lasermed 20 bis 30 Minuten. Wir behandeln an den Standorten Berlin, Hamburg und Leipzig. PRESBYOND erweitert das Monovision-Prinzip um eine Blend Zone, einen fließenden Übergang zwischen den Sehbereichen. Langzeitdaten zu PRESBYOND liegen bei Lasermed noch nicht vor.
In der Voruntersuchung klären wir, ob PRESBYOND oder ein Linsentausch zu Ihren Augen passt. Weitere Informationen bieten unsere Seiten zu den Kosten für das Augenlasern und dazu, welche Augenlaser-Methode zu Ihren Augen passt. Vereinbaren Sie einen Beratungstermin, wir prüfen gemeinsam Ihre Eignung.
Häufige Fragen zu Monovision
Was ist Monovision?
Monovision ist eine Korrektur der Alterssichtigkeit, bei der ein Auge für die Ferne und das andere für die Nähe optimiert wird. Das Gehirn lernt, das jeweils unscharfe Bild zu unterdrücken. Monovision lässt sich mit Kontaktlinsen, per Augenlasern oder mit Kunstlinsen umsetzen.
Ist Monovision zu empfehlen?
Monovision kann die Lesebrille im Alltag weitgehend ersetzen, wird aber nicht von jedem vertragen. Die KRC testet deshalb vor der Operation mit Kontaktlinsen; 58 % ihrer Patienten entschieden sich danach für das Verfahren. Ob die Sehaufteilung zu Ihrem Alltag passt, klärt die Voruntersuchung.
Ist Monovision mit Kontaktlinsen möglich?
Ja, Monovision mit Kontaktlinsen ist möglich. Monovisionskontaktlinsen korrigieren ein Auge für die Ferne, das andere für die Nähe. Nach zwei Wochen Anpassung führten 67 % von 67 Teilnehmern die Monovision fort (du Toit 1998, zitiert nach Evans 2007).
Wie lange dauert die Eingewöhnungszeit bei Monovision?
Die Eingewöhnungszeit reicht von einigen Tagen bis zu mehreren Monaten. Bei Monovision mit Kontaktlinsen beschreibt Durrie (2006) kurzfristige Anpassung in Stunden bis Tagen und langfristige in Wochen bis Monaten. Nach PRESBYOND kann sie laut Erfahrung der Entwickler 2 bis 3 Monate dauern.
Ist Monovision beim Autofahren geeignet?
Nach LASIK-Monovision berichteten 55 % eine bessere und 15 % eine schlechtere Lebensqualität beim Nachtfahren (Levinger 2006, 114 Patienten). Nachts kann eine Brille nötig sein (KRC). Die FeV regelt Monovision nicht ausdrücklich; für den Sehtest der Pkw-Klassen nennt sie eine zentrale Tagessehschärfe von mindestens 0,7/0,7.
Kann man Monovision rückgängig machen?
Eine Monovision LASIK lässt sich ausgleichen: Laut KRC kann das für die Nähe unterkorrigierte Auge nachträglich voll auf die Ferne korrigiert werden. In einer Serie von 172 Patienten ließen 7 % die Monovision so umkehren (Braun 2008). Monovision mit Kontaktlinsen ist leichter umkehrbar als eine chirurgische Korrektur (Evans 2007).
Was ist der Unterschied zwischen Monovision und PRESBYOND?
Klassische Monovision teilt die Augen in Fern und Nah. PRESBYOND Laser Blended Vision erweitert das Prinzip um eine Blend Zone, in der die Tiefenschärfe beider Augen überlappt. Die Befunde stammen aus unterschiedlichen Studien und sind nicht direkt vergleichbar.
Ist Monovision nach einer Grauer-Star-Operation möglich?
Ja, Monovision ist mit Kunstlinsen möglich, auch nach einer Grauer-Star-Operation. In einer Serie von 140 Patienten erreichten 129 mindestens 20/30 in der Ferne oder J1 in der Nähe (Greenbaum 2002). Ein Review beschreibt weniger Halos und Blendung als bei Multifokallinsen (Labiris 2017).
