Die Wellenfront-LASIK (Wellenfrontanalyse) ermöglicht eine individuelle Abstimmung der Augenlaser-Behandlung. Sie geht ĂŒber die alleinige Korrektur von Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit und HornhautverkrĂŒmmung hinaus.
Mit der zusÀtzlichen Aberrometrie lassen sich optische Abweichungen erfassen, sogenannte Aberrationen. Diese Abbildungsfehler sind so individuell wie ein Fingerabdruck.
In der LASIK-Planung können diese Aberrationen berĂŒcksichtigt werden. Dadurch ergeben sich mögliche Vorteile wie ein verbessertes Kontrastsehen oder ein stabileres Nachtsehen. Ob eine Wellenfront-LASIK sinnvoll ist, wird im Rahmen einer ausfĂŒhrlichen Voruntersuchung geprĂŒft.

Was sind Aberrationen? â Abbildungsfehler im Auge verstĂ€ndlich erklĂ€rt
Aberrationen sind Abbildungsfehler des optischen Systems. Sie fĂŒhren dazu, dass einfallendes Licht nicht exakt punktförmig auf der Netzhaut gebĂŒndelt wird. Die Ursache liegt im Zusammenspiel verschiedener Strukturen des Auges. Dazu zĂ€hlen Hornhaut, Linse und weitere anatomische Gegebenheiten. Man unterscheidet zwei Arten von Aberrationen.
Lower-Order-Aberrations (LOA) â Klassische Fehlsichtigkeiten
Lower-Order-Aberrations umfassen die gewöhnlichen Fehlsichtigkeiten, die bei einer Augenlaserbehandlung korrigiert werden. Dazu gehören:
- SphÀre (Kurz- und Weitsichtigkeit)
- Zylinder (HornhautverkrĂŒmmung)
- Achse (Ausrichtung der VerkrĂŒmmung)
LOA beeinflussen hauptsÀchlich die SehschÀrfe. Sie bilden die Grundlage jeder klassischen LASIK-Behandlung.
Higher-Order-Aberrations (HOA) â Feinere optische Abweichungen
Higher-Order-Aberrations sind komplexere Abbildungsfehler. Sie lassen sich mit Brillen oder Kontaktlinsen in der Regel nicht gezielt korrigieren. HOA betreffen weniger die reine SehschÀrfe. Sie beeinflussen vor allem die QualitÀt des Sehens. Typische Erscheinungen sind:
- Halos um Lichtquellen
- Blendungen
- Verminderte Kontrastwahrnehmung
- EinschrÀnkungen beim Sehen in der DÀmmerung
Gerade diese feineren Abweichungen können bei einer Wellenfront-LASIK zusĂ€tzlich berĂŒcksichtigt werden.
Abgrenzung: Was bedeutet Streuung im Vergleich zu Aberrationen?
Streuung ist klar von Aberrationen zu unterscheiden. Hier wird das einfallende Licht im Auge unscharf verteilt. Betroffene nehmen dies hĂ€ufig als Schleier oder als Kontrastverlust wahr. Eine typische Ursache ist eine LinsentrĂŒbung, wie sie beim Grauen Star (Katarakt) vorkommt. Streuung wird nicht durch eine Wellenfront-LASIK behandelt, da sie nicht auf einer fehlerhaften LichtbĂŒndelung durch die Hornhaut beruht.
Wellenfrontanalyse (Aberrometrie) â So funktioniert die Messung
WÀhrend der Wellenfrontanalyse wird gemessen, wie Licht in Ihr Auge einfÀllt und vom Augenhintergrund reflektiert wird. Das MessgerÀt analysiert die Abweichungen der Lichtwellen. Aus den Daten entsteht eine grafische Darstellung, eine sogenannte Wellenfrontkarte. Sie zeigt die individuellen optischen Abweichungen des Auges.
Da die Messung nur unter stabilen Bedingungen zuverlĂ€ssig ist, kann sie mehrfach durchgefĂŒhrt werden. So lĂ€sst sich ein möglichst verlĂ€ssliches Ergebnis erzielen. Die Aberrometrie ergĂ€nzt die klassischen Untersuchungen, ersetzt sie jedoch nicht.

Wellenfront-LASIK im Vergleich zur klassischen Femto-LASIK
Bei der klassischen Femto-LASIK wird zunĂ€chst mit einem Femtosekundenlaser ein Hornhautflap erzeugt. AnschlieĂend modelliert der Excimerlaser das darunterliegende Hornhautgewebe entsprechend der geplanten Korrektur. Die Planung basiert dabei vor allem auf den Refraktionswerten wie SphĂ€re, Zylinder und Achse.
Die Wellenfront-LASIK erweitert dieses Vorgehen. ZusĂ€tzlich zu den Refraktionswerten werden die individuellen Wellenfrontdaten berĂŒcksichtigt. Dadurch wird das Ablationsprofil noch genauer an das jeweilige Auge angepasst.
Ziel ist es, neben der SehschÀrfe auch die SehqualitÀt positiv zu beeinflussen.
Grenzen und realistische Erwartungen bei der Wellenfront-LASIK
Auch wenn die Wellenfront-LASIK eine prÀzisere Planung ermöglicht, sollten realistische Erwartungen bestehen.
- Nicht jeder Patient profitiert in gleichem MaĂe.
- Das Ergebnis hÀngt von der Ausgangssituation und der MessqualitÀt ab.
- Standarduntersuchungen wie Refraktion und Spaltlampenuntersuchung bleiben unverzichtbar.
- Ein besseres Ergebnis im Vergleich zur klassischen Femto-LASIK kann nicht garantiert werden.
Zudem gelten die allgemeinen LASIK-Ausschlusskriterien. Dazu zÀhlen unter anderem eine unzureichende Hornhautdicke oder bestimmte Augenerkrankungen.
Fazit: Wann ist eine Wellenfront-LASIK sinnvoll?
Die Wellenfront-LASIK ist eine individuell geplante Augenlaserbehandlung. Sie ergÀnzt die klassische Refraktion um die Erfassung zusÀtzlicher Abbildungsfehler. Sie kann insbesondere dann sinnvoll sein, wenn relevante Higher-Order-Aberrationen vorliegen und Beschwerden wie Halos oder Blendungen bestehen.
Ob diese Methode fĂŒr Sie geeignet ist, prĂŒfen wir gerne im Rahmen einer unverbindlichen Voruntersuchung. Dabei analysieren wir Ihre individuellen Voraussetzungen und beraten Sie persönlich.
FAQ â HĂ€ufige Fragen zur Wellenfront-LASIK
Was ist der Unterschied zwischen Wellenfront-LASIK und klassischer LASIK?
Der Unterschied zwischen Wellenfront-LASIK und klassischer LASIK besteht darin, dass zusÀtzlich individuelle Aberrationen in die Behandlungsplanung einbezogen werden.
Welche Vorteile kann eine Wellenfront-LASIK bieten?
Eine Wellenfront-LASIK kann Abbildungsfehler reduzieren und dadurch Halos, Blendungen sowie EinschrÀnkungen der Kontrastwahrnehmung verringern.
Wann ist Wellenfront-LASIK eher nicht sinnvoll?
Wellenfront-LASIK ist eher nicht sinnvoll, wenn keine klinisch relevanten Aberrationen vorliegen oder allgemeine LASIK-Ausschlusskriterien bestehen.
